Ueckermünde, Bornbruchweg 3
Adresse
Wohnort von Martha Gehrke
Ueckermünde, Bornbruchweg 3, Deutschland
Informationen zum Ort
Martha Gehrke verbreitete nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten Flugblätter und religiöse Literatur und nahm an den verbotenen Zusammenkünften der Zeugen Jehovas teil. Bis zu ihrer ersten Verhaftung 1936 fanden mindestens zehn Hausdurchsuchungen bei ihr statt. Nach ihrer Haftentlassung Mitte 1936 stand sie weiter unter Beobachtung der Gestapo. Sie erklärte: „Ich war selbst Hauseigentümer und wurde nun laufend wöchentlich einmal mit Haussuchungen durch die Gestapo beehrt. Trotz dieser intensiven Kontrolle arbeitete ich illegal weiter.“ (JZArchZE, ZZ Gehrke, Martha, Bericht von Martha Gehrke vom 25. März 1953 über ihre Leidenszeit im Nationalsozialismus.)
Auch in der DDR fand im Frühjahr 1950 eine Haudurchsuchung mit Beschlagnahmung von christlicher Literatur im Haus von Martha Gehrke durch die Deutsche Volkspolizei statt. Nachdem Martha Gehrke 1950 durch Flucht nach Westberlin einer weiteren Verhaftung entgangen war, wurde sie enteignet. Haus und Hof fielen in die Hände des Staates. (Projektgruppe Kriegsgräber: Jehovas Zeugen, S. 52.)
Gedenkzeichen
In Ueckermünde wurde am 19. Mai 2026 im Beisein von Jürgen Kliewe (Bürgermeister Ueckermünde), Uwe Neumärker (Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas), Uwe Langhals (Arnold-Liebster-Stiftung), Schülerinnen der AG „Kriegsgräber“ an der Europaschule sowie weiteren interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Bornbruchweg 3 ein Stolperstein für die Zeugin Jehovas Martha Gehrke verlegt. Dieser Stein gilt als der 500., der an Männer und Frauen aus der christlichen Religionsgemeinschaft erinnert.
Recherchiert wurde die Geschichte von Martha Gehrke von Schülerinnen und Schülern der AG „Kriegsgräber“ im Rahmen des von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ geförderten Projektes „Kartographie von Verfolgung und Widerstand der Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus“.