Zum Hauptinhalt springen

Ketschendorf, KZ-Außenlager

Adresse

KZ-Außenlager Ketschendorf (Häftlingsbaracken)
Ketschendorf (heute Fürstenwalde/Spree), Alte Petersdorfer Straße, Deutschland

Nachrichtenzentrale Fuchsbau
Bad Saarow, Am Fuchsbau, Deutschland (Bunker)

Die früheren Häftlingsbaracken des Lagers befanden sich auf dem Gebiet der heutigen Stadt Fürstenwalde, während sich der Haupteingang zum Fuchsbau auf dem Gebiet der Gemeinde Bad Saarow befindet.

Informationen zum Ort

Um sich vor den Bombardierungen in Berlin zu schützen, zog das SS-Führungshauptamt im August 1943 von Berlin-Wilmersdorf in ein Gebiet südlich der Reichshauptstadt. Die verschiedenen Dienststellen bezogen Ausweichunterkünfte in Bad Saarow. Gleichzeitig plante man im Wald den Bau einer unterirdischen Nachrichtenzentrale, der Durchgangsverstärkerzentrale (DVZ) mit dem Tarnnamen Fuchsbau. Obwohl die Arbeiten nie vollendet wurden, ging die Nachrichtenzentrale Anfang 1944 in Betrieb.

Die Bauarbeiten wurden von KZ-Häftlingen ausgeführt. Dazu ließ die SS 1943 unmittelbar südlich der Autobahn A12 im Südwesten des Ortes Ketschendorf (seit 1950 ein Stadtteil von Fürstenwalde/Spree) ein Lager mit vier Baracken anlegen, dass als Außenlager dem KZ Sachsenhausen unterstand. Nach unterschiedlichen Berichten befanden sich hier zwischen 700 und über 1.000 Häftlinge.

Als sich die Front näherte, wurde das KZ-Außenlager Ketschendorf Anfang 1945 geräumt, wobei viele Häftlinge ums Leben kamen. Die übrigen trafen im Hauptlager Sachsenhausen ein. Der Fuchsbau wurde am 24. April 1945 beim Herannahen der sowjetischen Truppen fluchtartig verlassen. Von 1962 bis 1992 befand sich in der Anlage ein unterirdischer Gefechtsstand der NVA. 1995 wurde die Anlage versiegelt und 2005 wieder geöffnet und kurz darauf als Museum der Öffentlichkeit allgemein zugänglich gemacht.

(To: Vi Ventet; Rassau: „Operation Siegfried“, H. 1.)

Widerstand und Selbstbehauptung im Nationalsozialismus

Im Lager Ketschendorf erzählte Hans Rassmanns dem ukrainischen Zwangsarbeiter Witali Kostanda von seinem Glauben, der sich darauf die Überzeugungen der Zeugen Jehovas zu eigen zu machte. Hans Rassmanns besaß in Ketschendorf auch eine kleine Bibel, in der er heimlich las. (Hermann: Hinter Stacheldraht, S. 91 f.; JZArchZE: Zeitzeugen-Interview Witali Kostanda, 2000.)

Ein weiterer namentlicher nicht bekannter Zeuge Jehovas im Lager Ketschendorf war Schreiner und erhielt den Auftrag, einen Galgen zu zimmern, an dem ein russischer Häftling nach einem Fluchtversuch erhängt werden sollte. Der Zeuge Jehovas, der bisher jede Unterstützung des Krieges abgelehnt hatte, weigerte sich mit der Begründung, dann könne er auch in einem Rüstungsbetrieb Kanonen herstellen. (JZArchZE, Zeitzeugen-Interview Witali Kostanda, 2000.)

Verfolgte Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus

3

Männer

Anzahl nach aktuellem Forschungsstand
  • Witali Kostanda
  • Hans Rassmanns

Externe Medien

Provider-Informationen

Nachstehend finden Sie Informationen zum Anbieter und Dienst, dessen Inhalte blockiert sind, bis Sie ein Video laden oder YouTube dauerhaft erlauben.

Provider

Provider-Name
Google Ireland Limited
Beschreibung
Google Ireland Limited ist Anbieter von Google-Diensten in der EU. Über YouTube werden externe Videoinhalte bereitgestellt.
Adresse
Gordon House, Barrow Street, Dublin 4, Irland

Service

Name
YouTube
Beschreibung
YouTube ist eine Videoplattform. Wenn Sie ein Video laden oder YouTube dauerhaft erlauben, werden Inhalte von YouTube angezeigt und Daten an Google/YouTube übertragen.
Cookie(s)
Google/YouTube kann Cookies und vergleichbare Technologien einsetzen, unter anderem für Wiedergabe, Sicherheit, Analyse, Personalisierung und Werbung. Die konkrete Speicherdauer und die aktuellen Cookie-Details nennt Google in den Cookie-Informationen.
Weitere Informationen stehen in unserer Datenschutzerklärung. Eine dauerhafte Freigabe können Sie jederzeit über „Cookie-Einstellungen“ im Footer widerrufen.