Berlin-Lichtenberg, Haftanstalt Rummelsburg
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Adresse
Städtisches Arbeitshaus (1879 bis 1950/51)
Haftanstalt der Justiz (ab 1950/51)
Gedenkort Rummelsburg mit Freiluftausstellung (seit 2014)
Berlin-Lichtenberg, Hauptstraße 8, Deutschland
Informationen zum Ort
Der Gebäudekomplex in Rummelsburg wurde um 1879 als städtisches Berliner Arbeitshaus errichtet. Die Verwahrhäuser konnten bis zu 1.000 Personen aufnehmen. Darunter befanden sich sozial Deklassierte und Ausgestoßene, Obdachlose und Prostituierte sowie Suchtkranke beiderlei Geschlechts. Grundgedanke des Arbeitshauses war es, abweichendes Verhalten durch einfache, meist körperliche Arbeit zu „korrigieren“, d.h. die Menschen an ein „ordentliches“, geregeltes Leben zu gewöhnen. In der NS-Zeit wurden alle jüdischen Insassen aussortiert und 1940 im Rahmen der NS-Euthanasie in der Tötungsanstalt Bernburg ermordet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Arbeitshaus zunächst weitergeführt, 1950/51 aber dann von der Volkspolizei zu einem Gefängnis für Kurzstrafen umgebaut. (Irmer: Die DDR-Strafvollzugsanstalt Rummelsburg.)
Verfolgte Zeugen Jehovas im Kommunismus
Männer
Anzahl nach aktuellem Forschungsstand: nicht bekannt
Gedenkzeichen
Im Mai 2014 wurde auf dem historischen Gelände in Rummelsburg eine neue Open-Air-Dauerausstellung eröffnet. Die Nutzung des Geländes war nach Schließung des Gefängnisses lange unklar geblieben. Der Plan, dort die Landesjustizbehörden unterzubringen, scheiterte am Widerstand der Mitarbeitenden. Die Dauerausstellung thematisiert die Geschichte des Ortes vom Kaiserreich bis zur Friedlichen Revolution 1989. Kernstück sind drei große Geschichts-Stelen und 18 Stelen mit Biografien von Insassen des Arbeitshauses und Gefangenen des DDR-Strafvollzugs. (Irmer: Die DDR-Strafvollzugsanstalt Rummelsburg.)