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Natzweiler-Struthof, Konzentrationslager

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Adresse

Konzentrationslager Natzweiler-Struthof (1941–1944)
Lager für deutsche Kriegsgefangene (1944–1948)
Gedenkstätte Site de l’ancien camp de Natzweiler-Struthof (seit 1960)
Natzweiler (heute Natzwiller), Route départementale 130, Frankreich

Informationen zum Ort

In Natzweiler errichtete die SS 1941 das einzige Konzentrationslager im besetzten Teil Frankreichs. Sie beschlagnahmte zunächst den Gasthof in dem Weiler Struthof, um dort Wachmannschaften und Werkstätten für das 1,7 km entfernt entstehende KZ unterzubringen. Im neben dem Gasthof liegenden Ballsaal wurden im Mai 1941 die ersten Häftlinge inhaftiert. Im Folgejahr wurde in dem Gebäude eine Gaskammer zur Tötung von Häftlingen eingebaut.

Das Konzentrationslager Natzweiler-Struthof bestand von Mai 1941 bis September 1944 und war für 1.500 Häftlinge geplant, jedoch zeitweise mit bis zu 7.000 belegt. Im Oktober 1943 wurde das Gebäude des Krematoriums in Betrieb genommen. Darin befanden sich nicht nur die Brennöfen, sondern auch der Aufnahmeblock sowie Räume für medizinische Experimente. Daneben steht noch heute der Zellenblock mit 20 Zellen.

Im KZ Natzweiler-Struthof und seinen Außenlagern wurden auch 39 Zeugen Jehovas inhaftiert (vier davon nur in Außenlagern). Darunter waren 17 deutsche (auch die einzigen beiden Frauen), neun Polen, fünf Franzosen, drei Niederländer, zwei Belgier, ein Jugoslawe, ein Staatenloser und ein Mann unbekannter Herkunft. Bei der Evakuierung des Lagers kamen mindestens vier Zeugen Jehovas in das KZ Buchenwald, vier in das KZ Dachau, einer nach Flossenbürg und zwei in das Lager Gaggenau (Rotenfels).

Dem Lager in Natzweiler unterstanden rund 50 Außenlager. Obwohl Natzweiler-Struthof ein Männerlager war, wurden ab Juli 1944 über 250 Frauen aus Außenlagern zu ihrer Ermordung dorthin gebracht. Andere Frauen scheinen zur Registrierung und Verteilung in die Außenlager kurz dort gewesen sein. Beim Näherrücken der Alliierten wurde das KZ im September 1944 geräumt und 6.000 Häftlinge vor allem in das KZ Dachau deportiert. Am 25. November 1944 fanden amerikanische Truppen das leere Lager vor. Die rechtsrheinischen Außenlager bestanden unter der Aufsicht eines Kommandos Natzweiler bis 1945 weiter. Insgesamt durchliefen 17.000 Gefangene das KZ Natzweiler-Struthof (mit Außenlagern 52.000). 3.000 Häftlinge überlebten das Lager nicht (mit Außenlagern 17.000).

(Steegmann: Natzweiler; Nerlich: Und plötzlich, S. 178.)

Ein doppelflügeliges Tor aus Holzfachwerk, welches durch Draht verstärkt ist steht neben einem einstöckigem Torgebäude und einem Wachturm.
Eingangstor des ehemaligen Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof, 2025 (Privatarchiv T. Martin Krüger; Fotograf T. Martin Krüger).
EIne einstöckige, graue Baracke mit grünen Türen und einem langen Schornstein.
Ehemaliges Krematorium in der Gedenkstätte Natzweiler-Struthof, 2025 (Privatarchiv T. Martin Krüger; Fotograf T. Martin Krüger).

Widerstand und Selbstbehauptung im Nationalsozialismus

Im KZ Natzweiler-Struthof sangen die Bibelforscher jeden Morgen beim Wecken eines ihrer religiösen Lieder, um den Glauben und das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken. (Nerlich: Und plötzlich, S. 179.)

Hinter einem Zaun mit Wachturm reicht der Blick ins Tal zu zwei Baracken, dem Zellenblock und dem Krematorium.
Das ehemalige Konzentrationslager Natzweiler-Struthof am Nordhang der Vogesen. Kiesbetten zeigen den Standort der 14 Baracken an. Aufnahme von 2025 (Privatarchiv T. Martin Krüger; Fotograf T. Martin Krüger).

Verfolgte Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus

33

Männer

Anzahl nach aktuellem Forschungsstand
  • Paul Peter Bernsen
  • Rudolf Binz
  • Heinrich Böhm
  • Paul Dossmann
  • Leon Floryn
  • Gijsbertus Gaasbeck
  • Alfred Georgi
  • Albin Glowacz
  • Vally Greska
  • Francois Hankus
  • Ernst Hassel
  • Martin Heinel
  • Adolphe Intering
  • Ludwig K.
  • Egon Knöller
  • Vinzenz Kuglitsch
  • Paul Lask
  • Richard Leuchtenberger
  • Anton Lippert
  • Jan Marek
  • Alphonse Michiels
  • Mieczyslaw Oielowski
  • Robert Reiher
  • Martin Seyfert
  • Hans Siebke
  • Rene Sieffert
  • Heinrich Stender
  • Camille Studer
  • Peter Szczuka
  • Franz Timm
  • Hendrik van Duren
  • Eduard Waroczyk
  • Willem Wildshut

Gedenkzeichen

1951 beschloss die französische Nationalversammlung die Errichtung einer Nationalen Nekropole auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers, die am 23. Juli 1960 unter dem Namen Mémorial de la Déportation von Staatspräsident Charles de Gaulle eingeweiht wurde. 1965 kam ein Museum hinzu. 2005 folgte die Einweihung des Europäischen Zentrum des deportierten Widerstandskämpfers an gleicher Stelle. Heute umfasst die Gedenkstätte neben dem ehemaligen Konzentrationslager auch die etwas außerhalb gelegenen Stätten des Steinbruchs, der Gaskammer und der Hinrichtungsstelle.

In der Baracke, die dem Eingang am nächsten liegt, beschreibt ein Museum die Geschichte des Lagers anhand von Möbeln, Kleidung, Essgeschirr, Häftlingszeichnungen und Lagerdokumenten. Zeugen Jehovas werden in zwei Belegungsstärke-Karten (deutsch), einer Häftlingsstatistik (französisch), sowie einer Tafel mit Abzeichen der verschiedenen Häftlingskategorien (deutsch/französisch) erwähnt.

Eine weitere Ausstellung befindet sich im Kassenbereich, bei der u. a. in Touchscreens Konzentrationslager miteinander verglichen werden. Auch hier wird jeweils auf die Rolle von Jehovas Zeugen in den einzelnen Lagern kurz eingegangen.

An der Längsseite einer grauen Holzbaracke befinden sich zwölf Fenster. An ihrer Stirnseite führt eine Treppe den Hang hinauf zur Eingangstür.
Museum der Gedenkstätte Natzweiler-Struthof in einer ehemaligen KZ-Baracke, 2025 (Privatarchiv T. Martin Krüger; Fotograf T. Martin Krüger).

Externe Medien

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