Essen, Ruhrtalstraße 167
Adresse
Wohnort von Auguste Launert
Essen, Ruhrtalstraße 167, Deutschland
Informationen zum Ort
Auguste Launert wohnte 1942/43 in dem ihr gehörenden Mehrfamilienhaus in der Ruhrtalstraße 167 in Essen-Werden und lebte von den Mieteinnahmen.
Bei einer Hausdurchsuchung am 20. August 1943 wurden in ihrer Wohnung unter anderem 60 Original-Wachttürme aus den Jahren 1927 bis 1933 (April) sowie weitere Schriften der Bibelforscher und eine Fotografie von J. F. Rutherford gefunden.
(LAV NRW R, Ger. Rep. 0117, Nr. 366; RW 0058, Nr. 20057, 45383.)
Widerstand und Selbstbehauptung im Nationalsozialismus
Ihren Mietern gegenüber bekannte sich Auguste Launert als Zeugin Jehovas. Zwei ihrer Mieter wollten 1943 den Keller des Hauses als Luftschutzkeller einrichten. Damit war Auguste Launert nicht einverstanden und wurde daraufhin von den Mietern denunziert. Am 22. Juli 1943 schrieb NSDAP-Ortsgruppenleiter Heidbuchel an die NSDAP-Kreisleitung in Essen, dass ihm ein Bericht über „das unerhörte Benehmen der Frau Launert, daß jeder Einstellung zur Volksgemeinschaft widerspricht“, zugestellt wurde.
Ihre Mieter gaben über ihre angeblich gemachten Äußerungen folgende Aussage zu Protokoll: „Wenn alle so gehandelt hätten, wie ihr Mann, dann hätten wir keinen Krieg und keine Mörder, denn die englischen und amerikanischen Glaubensbrüder kämen nicht hierher und würfen [sic!] Bomben und die deutschen Glaubensbrüder würden nicht gegen den Feind fahren [sic!].“
(LAV NRW R, Ger. Rep. 0117, Nr. 366; RW 0058, Nr. 20057, 45383.)