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Bretstein, KZ-Nebenlager

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Adresse

KZ-Nebenlager (1941 bis 1943)
Gedenkstätte (seit 1998)
8763 Bretstein, Bretsteingraben 16, Österreich

Informationen zum Ort

Das Außenlager des KZ Mauthausen in Bretstein bestand ab Juni 1941. Auftraggeber war die „Deutsche Versuchsanstalt für Ernährung und Verpflegung GmbH“. Dieser Wirtschaftsbetrieb stand im Besitz der SS und betrieb ab 1939 eine Schaf- und Pferdezucht auf drei Bergbauernhöfen im Bretsteingraben. Das KZ Bretstein lag ungefähr vier Kilometer vom Ort Bretstein entfernt und bestand aus vier von Zäunen und Wachtürmen umgebenen Häftlingsbaracken sowie zwei Baracken für die SS.

Die Häftlinge im Außenlager Bretstein waren zum überwiegenden Teil Republikanische Spanier, die nach ihrer Flucht in Frankreich verhaftet wurden. Außerdem waren einige Zeugen Jehovas im Außenlager Bretstein interniert. Auf der Veränderungsmeldung der Schreibstube des KZ Mauthausens vom 5. Juni 1943 wurden 10 Häftlinge namentlich angeführt: 4 Spanier und 6 Bibelforscher: Konrad Glamann, Richard Müller und Konrad Rampp stammten aus Deutschland; Josef Hechenblaikner, Leopold Linsbauer und Josef Obrist waren aus Österreich. Diese 10 Häftlinge mussten das bereits Ende des Jahres 1942 geräumte Lager endgültig auflösen und verblieben nur 20 Tage. Danach kamen sie wieder nach Mauthausen zurück.

Der Höchststand an Häftlingen im Außenlager lag bei etwa 80 Internierten. Laut Historikern wurden insgesamt mindestens 170 Häftlinge ins Außenlager Bretstein überstellt.

Bereits am 10. Dezember 1942 wurden alle Häftlinge in das KZ-Außenlager Steyr-Münichholz verlegt. Bis zum 5. Juni 1943, an dem erneut 10 Häftlinge nach Bretstein gebracht wurden, stand das Lager leer. Nach nur 20 Tagen wurden diese Häftlinge in das KZ Mauthausen überstellt. Das Außenlager Bretstein wurde am 30. September 1943 aufgelöst.

(https://www.mauthausen-guides.at/aussenlager/kz-aussenlager-bretstein [Aufruf am 2.1.2024].)

Auf der Veränderungsmeldung der Schreibstube des KZ Mauthausens vom 5. Juni 1943 wurden 10 Häftlinge namentlich angeführt: 4 Spanier und 6 Bibelforscher: Konrad Glamann, Richard Müller und Konrad Rampp stammten aus Deutschland; Josef Hechenblaikner, Leopold Linsbauer und Josef Obrist waren aus Österreich.
Die Veränderungsmeldung der Schreibstube des KZ Mauthausens vom 5. Juni 1943 führt 10 Häftlinge namentlich an: 4 Spanier und 6 Bibelforscher. (Archiv Museum Mauthausen.)

Verfolgte Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus

6

Männer

Anzahl nach aktuellem Forschungsstand
  • Konrad Glamann
  • Josef Hechenblaikner
  • Leopold Linsbauer
  • Richard Müller
  • Josef Obrist
  • Konrad Rampp

Gedenkzeichen

In der Gedenkstätte des KZ-Nebenlagers Bretstein wurde am 30. Juni 2007 die Gedenktafel für die Opfergruppe der Zeugen Jehovas enthüllt. Initiator der Gedenktafel war der Verein Lila Winkel.

Text auf der Gedenktafel:
Jehovas Zeugen (Bibelforscher) verweigerten den Eid auf den Führer, den Hitlergruss, den Kriegsdienst und Arbeiten in der Rüstungsindustrie sowie die Mitgliedschaft in nationalsozialistischen Organisationen.
Sie leisteten Widerstand aus christlicher Überzeugung und wurden mit einem Lila Winkel als religiöse Häftlingsgruppe gekennzeichnet.
Zum Gedenken an die aufgrund ihres Glaubens an Gott verfolgten Zeugen Jehovas.
Sie litten um der Gerechtigkeit willen.
„Heil denen, die verfolgt werden, weil sie tun, was Gott verlangt, denn ihnen gehört Gottes Reich“ Matthäus 5:10
Verein Lila Winkel

Gedenktafel für die Opfergruppe der Zeugen Jehovas in der Gedenkstätte KZ-Nebenlager Bretstein, 2023. Als Tisch aufgestelltes Dreieck und sechs lila Winkel an dem Rest einer Steinmauer, im Hintergrund eine Wiese, Wald und Berge. (Verein Lila Winkel, Fotografin: Heide Gsell).
Gedenktafel für die Opfergruppe der Zeugen Jehovas in der Gedenkstätte KZ-Nebenlager Bretstein, 2023 (Verein Lila Winkel, Fotografin: Heide Gsell).

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