Zum Hauptinhalt springen

Karoline Lange, geb. Boy

Vorname(n)
Karoline
Geburtsname
Boy
Nachname
Lange
Geburtsdatum
5. Oktober 1877
Geburtsort
Wittenbeck, Deutschland
Todesdatum
5. Mai 1963
Todesort
Rostock, Deutschland
Beruf
Schneiderin

Biographische Orte

Die Karte zeigt Orte, die mit der Person dieses Beitrages verknüpft sind.

Wohnort(e)

Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus

Karoline Lange, die in der Rostocker Gemeinde der Zeugen Jehovas eine führende Rolle spielte, wurde wegen ihrer religiösen Tätigkeit am 31. August 1936 in „Schutzhaft" genommen und in der Landesanstalt Neustrelitz-Strelitz inhaftiert. Am 2. Februar 1937 stand sie in Bad Doberan vor dem Sondergericht Schwerin und erhielt wegen des Vergehens gegen die „Verordnung zum Schutz von Volk und Staat“ eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren. In der Anklageschrift vom 18. Januar 1937 heißt es u. a.:

„Bei der Durchsuchung in der Wohnung der Beschuldigten wurde eine W.T.-Abschrift aus der Zeit nach dem Verbot sowie Bücher und Broschüren aus früherer Zeit gefunden. Die Beschuldigte will angeblich im August den W.T. von einer unbekannten Dame erhalten haben. Durch die Angaben des Zeugen […] steht jedoch einwandfrei fest, dass die Beschuldigte für den Bezirk Rostock die Funktion des Dienststellenleiters der IBV. ausübte. Bei ihr befand sich die sogenannte Literaturanlaufstelle. Aus der Verweigerung der Aussage und der besonderen Funktion der Beschuldigten geht hervor, dass es sich bei ihr um eine fanatische Anhängerin der IBV. handelt. Die Beschuldigte ist seit dem 31.8.1936 in Schutzhaft gewesen und vor kurzem in die Untersuchungshaft überführt worden." (Anklageschrift gegen Karoline Lange und Andere vom 18. Januar 1937, in: LHAS 5.12-6/9 P Nr. 3604)

Karoline Lange wurde am 29. Juli 1938 von Neustrelitz-Strelitz in das Zuchthaus Dreibergen-Bützow verlegt. Am Tag ihrer Entlassung am 2. Oktober 1938 erfolgte eine erneute „Inschutzhaftnahme“ und die Überführung in die Landesanstalt Neustrelitz-Strelitz. Von dort wurde sie nach etwa zwei Wochen nach Rostock entlassen.

(Projektgruppe “Kriegsgräber”: Jehovas Zeugen, S. 85–88.)

Schreiben von Karl Hohnschildt an das Bibelhaus Magdeburg vom 4. November 1933 mit der Bitte, 70 Kalender der Zeugen Jehovas an Karoline Lange zu schicken, um sie in Rostock zu verbreiten.
Schreiben von Karl Hohnschildt an das Bibelhaus Magdeburg vom 4. November 1933 mit der Bitte, 70 Kalender der Zeugen Jehovas an Karoline Lange zu schicken, um sie in Rostock zu verbreiten (HStA Best. 213-11 Staatsanwaltschaft Landgericht – Strafsachen, Nr. 50881).

Widerstand und Verfolgung im Kommunismus

Nach 1945 wurde Karoline Lange als „Opfer des Faschismus“ anerkannt. Über eine Aberkennung dieses Status und eine erneute Verfolgung nach dem Verbot der Zeugen Jehovas in der DDR liegen keine Erkenntnisse vor. (AHR, 2.1.0./1265, Bl. 16–29.)

Externe Medien

Provider-Informationen

Nachstehend finden Sie Informationen zum Anbieter und Dienst, dessen Inhalte blockiert sind, bis Sie ein Video laden oder YouTube dauerhaft erlauben.

Provider

Provider-Name
Google Ireland Limited
Beschreibung
Google Ireland Limited ist Anbieter von Google-Diensten in der EU. Über YouTube werden externe Videoinhalte bereitgestellt.
Adresse
Gordon House, Barrow Street, Dublin 4, Irland

Service

Name
YouTube
Beschreibung
YouTube ist eine Videoplattform. Wenn Sie ein Video laden oder YouTube dauerhaft erlauben, werden Inhalte von YouTube angezeigt und Daten an Google/YouTube übertragen.
Cookie(s)
Google/YouTube kann Cookies und vergleichbare Technologien einsetzen, unter anderem für Wiedergabe, Sicherheit, Analyse, Personalisierung und Werbung. Die konkrete Speicherdauer und die aktuellen Cookie-Details nennt Google in den Cookie-Informationen.
Weitere Informationen stehen in unserer Datenschutzerklärung. Eine dauerhafte Freigabe können Sie jederzeit über „Cookie-Einstellungen“ im Footer widerrufen.