Heinrich Wickenkamp
- Vorname(n)
- Heinrich
- Nachname
- Wickenkamp
- Geburtsdatum
- 16. Juni 1903
- Geburtsort
- Bad Oeynhausen, Deutschland
- Todesdatum
- 20. November 1955
- Todesort
- Bad Oeynhausen, Deutschland
- Beruf
- Stadtobersekretär, Leiter der Kinderheime der Stadt Oberhausen
Biographische Orte
Die Karte zeigt Orte, die mit der Person dieses Beitrages verknüpft sind.
Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Heinrich Wickenkamp war Stadtobersekretär im Jugendamt und Leiter der Kinderheime der Stadt Oberhausen. Aufgrund der Verweigerung des Hitlergrußes entfernte man ihn am 28. Februar 1935 nach elfjähriger Dienstzeit aus dieser Stellung. Nach einem Disziplinarverfahren wurde er wenig später wegen seiner Zugehörigkeit zur Bibelforschervereinigung und wegen Gehorsamsverweigerung in Bezug auf den Gruß aus dem städtischen Dienst entlassen.
Erst im August 1937 gelang es ihm, einen neuen Arbeitsplatz bei einer Baufirma zu finden. Die Familie geriet durch mehrfache Denunziationen und polizeiliche Vernehmungen unter Druck. Heinrich Wickenkamp erhielt 1939 eine Vorladung vom Vormundschaftsgericht, das drohte, der Familie die beiden Töchter wegzunehmen. Wöchentliche Kontrollbesuche durch das Jugendamt setzten die Familie unter Druck. Heinrich Wickenkamps Ehefrau war zu diesem Zeitpunkt noch keine Zeugin Jehovas, weswegen vermutlich von einem Sorgerechtsentzug abgesehen wurde.
Ende der 1930er/Anfang der 1940er Jahre zog Heinrich Wickenkamp mit seiner Familie nach Bad Oeynhausen. Er entging aufgrund eines schweren Herzleidens einer Einberufung zur Wehrmacht. Am 8. Dezember 1944 wurde er in Bad Oeynhausen verhaftet und für zwei Tage inhaftiert. Von einer KZ-Einlieferung soll nach seinen Angaben dabei aus gesundheitlichen Gründen abgesehen worden sein.
(John-Stucke/Krenzer/Wrobel: 12 Jahre, S. 10 f.)