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Otto Friedrich

Vorname(n)
Otto
Nachname
Friedrich
Geburtsdatum
26. Januar 1897
Geburtsort
Kassel, Deutschland
Todesdatum
1. Dezember 1976
Todesort
Kassel, Deutschland
Beruf
Dreher
Erstkontakt und/oder Taufe
Taufe im KZ Sachsenhausen zwischen 1938 und 1945

Biographische Orte

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Wohnort(e)

Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus

Otto Friedrich war seit 1922 mit Erna geb. Katzer verheiratet. Die Familie wohnte 1936 in Kassel in der Quellhofstraße 20. Am Abend des 16. Dezember 1936 beteiligte sich Otto Friedrich an einer landesweiten Flugblattaktion, die sich gegen das NS-Regime richtete. Er wurde kurz darauf verhaftet und kam in Untersuchungshaft.

Gegen Otto Friedrich wurde Anklage wegen Vorbereitung zum Hochverrat erhoben. Anfang 1937 wurde er in das Zuchthaus Kassel-Wehlheiden überstellt. Am 5. Mai verurteilte ihn das Sondergericht am Landgericht Kassel zum „Schutz von Volk und Vaterland“ zu neun Monaten Gefängnis. Der Gerichtsbeschluss stellte fest, dass Otto Friedrich seit 1933 – dem Jahr des Verbotes der Zeugen Jehovas – mit der Kasseler Gemeinde verbunden war, ohne ein getauftes Mitglied zu sein.

Otto Friedrichs Haftentlassung erfolgte am 5. Dezember 1937. Im Kommentar zur Entlassung wurde vermerkt, das Zweifel bestünden, ob er nach Strafverbüßung seine religiöse Einstellung ändern würde. Am 7. Dezember 1937 erfolgte eine erneute Verhaftung und am 10. März 1938 die Überstellung in das Konzentrationslager Sachsenhausen, dort in den Häftlingsblock 18. Otto Friedrich erhielt die Häftlingsnummer 1.592. Am 4. Mai 1939 war seine Entlassung vorgesehen, zu der es aber nicht kam. Es ist davon auszugehen, dass der Häftling es ablehnte, eine Erklärung zu unterschreiben, mit der er seiner Überzeugung „abgeschworen“ hätte.

Otto Friedrich blieb bis zum April 1945 in Sachsenhausen.  Während dieser Zeit ließ er sich als Zeuge Jehovas taufen. Die Taufen wurden in aller Regel heimlich in der Badewanne der Krankenstation durchgeführt. Ab dem 21. April 1945 kam es zur Räumung des KZ Sachsenhausen. Es folgte der sogenannte Todesmarsch nach Schwerin und die Befreiung. In Schwerin blieb er mit seinen Glaubensgeschwistern in der Hindenburgkaserne zusammen, bevor er in seine Heimat zurückkehrte.

Otto Friedrich setzte sich nach acht Jahren und sechs Monaten Gesamthaftdauer weiterhin entschlossen und mutig für seine Überzeugung ein. Im Jahre 1956 schloss er seine zweite Ehe mit Sophie Friedrich.

(Siegner: Otto Friedrich.)

Gedenkzeichen

Am 14. Juni 2018 wurde vor dem Haus Quellhofstraße 20 in Kassel ein Stolperstein für Otto Friedrich verlegt. (Siegner: Otto Friedrich.)

Externe Medien

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