Adolf Buchholtz
- Vorname(n)
- Adolf
- Nachname
- Buchholtz
- Geburtsdatum
- 15. Juli 1877
- Geburtsort
- Lauenburg/Elbe, Deutschland
- Todesdatum
- 4. Mai 1943
- Todesort
- Kassel, Deutschland
- Verfolgungsbedingte Todesart
- an den Haftfolgen verstorben
- Beruf
- Ausbildung im Juweliergewerbe
- Erstkontakt und/oder Taufe
- Erstkontakt Mitte der 1920er, Taufe als Bibelforscher 1931
Biographische Orte
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Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus
- Hedwig Buchholtz (Ehefrau)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Kommunismus
- Hedwig Buchholtz (Ehefrau)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Nachdem Adolf Buchholtz 1930 die NSDAP aus Überzeugungsgründen verlassen hatte und sich den Bibelforschern in Kassel anschloss, geriet er in das Visier der SS. Die darauffolgenden Jahre, gefüllt mit Repressalien, setzten Adolf gesundheitlich und psychisch zu. Er arbeitete bei der Rentenkasse. 1934 wurde er auf Grund seiner Religionszugehörigkeit entlassen.
Kurz nach der Ernennung zum Leiter der Gemeinde der Zeugen Jehovas in Kassel wurde Adolf Buchholtz am 20. November 1936 in seiner Wohnung in der Luisenstraße 5a durch die Gestapo verhaftet. Die Tage im Untersuchungsgefängnis am Unterneustädter Kirchplatz (Elwe) schreckten ihn nicht davon ab, sich am 12. Dezember 1936 bei der Verteilung von etwa 2.000 Flugblättern in Kassel zu beteiligen. Eine erneute Verhaftung und Unterbringung im Polizeipräsidium im Königstor Kassel erfolgte am 23. Dezember durch die Gestapo. Am 8. Februar 1937 wurde er in das Zuchthaus Kassel-Wehlheiden verlegt.
In der Hauptverhandlung des Sondergerichtes am 12. Mai 1937 wurde Adolf Buchholtz schuldig gesprochen und zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Ihm wurden Hochverrat und staatszersetzendes Handeln vorgeworfen. Er verbrachte Aufenthalte in folgenden Haftanstalten:
Strafgefängnis Hannover (Aufenthalt knapp 1 Monat)
Strafgefängnis Berlin-Plötzensee (Aufenthalt 3 Monate)
Haftanstalt Brandenburg/Havel (September 1937 bis Januar 1939)
Strafgefängnis Berlin-Tegel (5. Januar 1939 bis 12. Oktober 1940)
Nach Haftende am 12. Oktober 1940 wurde Adolf Buchholtz der Gestapo in Berlin übergeben. Er verblieb bis zum 10. Februar 1941 im Polizeigewahrsam im Polizeigefängnis am Berliner Alexanderplatz.
Mit nur noch 55 kg Körpergewicht und einem miserablen Gesundheitszustand war er durch die Haftbedingungen stark gezeichnet. Dennoch ließ Adolf Buchholtz nicht von seinem Glauben ab, wie Vermerke aus den Vollzugsanstalten attestierten: „…ob eine innere Wandlung erfolgt ist, bleibt zweifelhaft [...] Straftat: mangelhafte Einsicht, verbrecherischer Wille: religiöser Fanatismus“. (Vermerk der Vollzugsanstalt Tegel)
Adolf Buchholtz erholte sich nach seiner Entlassung nicht mehr. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich zunehmend. Am 4. Mai 1943 verstarb er mit 65 Jahren an den Folgen der widrigen Umstände während der Gefängnisaufenthalte. Adolf Buchholtz hinterließ seine zweite Ehefrau Hedwig sowie die aus erster Ehe stammenden Töchter Senta Ella, Ilse und Anneliese.
(Kuffner/Weigmann/Piotrowsky/Klosse/Lange/Merz/Siegner: Adolf Buchholtz.)
Gedenkzeichen
Am 29. Juni 2024 wurde in der Luisenstraße 5a in Kassel ein Stolperstein für Adolf Buchholtz verlegt.