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Hildegard Lapp, geb. Marr

Vorname(n)
Hildegard
Geburtsname
Marr
Nachname
Lapp
Geburtsdatum
2. August 1920
Geburtsort
Bermbach, Deutschland
Beruf
Schülerin, Fabrikarbeiterin

Biographische Orte

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Wohnort(e)

Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus

Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus

Bereits Hildegards Eltern Hilda und Wilhelm Maar gehörten den Zeugen Jehovas an und die Familie nahm in der NS-Zeit an deren verbotenen Zusammenkünften teil. Die Familie war ständig Demütigungen, Beschimpfungen und Misshandlungen ausgesetzt. Hildegard schilderte die Familiensituation mit den Worten: „Meine Eltern wurden mehrmals für kurze Zeit inhaftiert, da sie aus Glaubensgründen nicht an der nazistischen Wahl teilgenommen hatten. Es gab immer und immer wieder Hausdurchsuchungen. Meinem Vater wurde die Arbeit weggenommen und Bezugsscheine vorenthalten. Die SA-Leute warfen die Fensterscheiben ein und riefen im Chor: ‚Hier wohnen Volksverräter, raus mit den Lumpen!’ Daraufhin nahm die Polizei meine Eltern in Schutzhaft.“

Ihre Schulzeit beschrieb sie wie folgt: „Im 7. und 8. Schuljahr hatte ich unter der Nazi-Diktatur viel zu leiden. Da ich den Hitler- und Fahnengruß sowie andere nazistische Gepflogenheiten ablehnte, wurde ich mit Strafarbeiten und Nachsitzen bestraft. Nach meiner Schulentlassung besuchte ich drei Jahre lang die Berufsschule in Steinbach-Hallenberg, wo ich gleichen Schikanen ausgesetzt war.“

Im März 1941 weigerten sich Hildegard Marr und ihre Glaubenschwester Emma Bauroth anlässlich einer Luftschutzübung den Hitlergruß zu entbieten, woraufhin sie am 23. März 1941 verhaftet und zunächst in das Gerichtsgefängnis Schmalkalden, später in das Polizeigefängnis Schmalkalden gebracht wurden. Am nächsten Tag wurde sie in einem vergitterten Gefangenen-Waggon nach Kassel ins Polizeipräsidium am Königstor gebracht, wo sie knapp vier Monate inhaftiert blieben. Während ihrer dortigen Haftzeit wurden sie mehrfach verhört.

Die Gestapo überstellte sie am 11. Juli 1941 in das Arbeitserziehungslager Breitenau. In Hildegard Marrs Schutzhaftbefehl vom 9. Mai 1941 heißt es, sie gefährde nach dem Ergebnis der staatspolizeilichen Feststellungen durch ihr Verhalten den Bestand und die Sicherheit des Volkes und Staates, „dadurch, dass sie offenbar infolge ihres Bekenntnisses zur IBV. den Deutschen Gruss verweigert, Unruhe in die Bevölkerung trägt und sich ausserhalb der Volksgemeinschaft stellt.“

Hilde Marr blieb bis zum 22. Dezember 1941 inhaftiert und wurde anschließend entlassen. Kurz darauf wurde sie in die Heeres-Munitionsfabrik Stalag XI A Altengrabow bei Magdeburg dienstverpflichtet, wo sie bis zum Kriegsende arbeiten musste.

(Richter: Das Arbeitserziehungslager Breitenau, S. 324–326; Krause-Schmitt/Koch: Heimatgeschichtlicher Wegweiser, Bd. 8, S. 250; Bersch: Aberkannt, S. 150, 153 f.)

Videos

Externes Video · YouTube

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Auszug aus einem Interview mit Hildegard Lapp vom 3. April 1998 in der Gedenkstätte Breitenau. Interviewer: Dr. Gunnar Richter; Archiv der Gedenkstätte Breitenau, Signatur 576. Mit freundlicher Genehmigung der Gedenkstätte Breitenau.

Externe Medien

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