Karl Josef Siebeneichler
- Vorname(n)
- Karl Josef
- Nachname
- Siebeneichler
- Geburtsdatum
- 29. März 1886
- Geburtsort
- Steinschönau, Böhmen (heute: Kamenický Šenov bei Liberec/Tschechische Republik)
- Todesdatum
- 13. Mai 1954
- Todesort
- Leipzig, Deutschland
- Beruf
- Kunstmaler, Kunstgewerbezeichner, Grafiker
- Erstkontakt und/oder Taufe
- Ab 1922 beschäftigte sich die Familie mit der Lehre der Bibelforscher, 1924 Austritt aus der katholischen Kirche
Biographische Orte
Die Karte zeigt Orte, die mit der Person dieses Beitrages verknüpft sind.
Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus
- Marie Siebeneichler, geb. Heinrich (Ehefrau)
- Karl Walter Siebeneichler (Sohn)
- Marie Herta Werner, geb. Siebeneichler (Tochter)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Kommunismus
- Marie Siebeneichler, geb. Heinrich (Ehefrau)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Karl Josef Siebeneichler verweigerte den Hitlergruß sowie jedwede Mitgliedschaft in NS-Organisationen. Seine Festnahme erfolgte am 13. Oktober 1936. Er wurde vom Sondergericht Freiberg unter Vorsitz von Ernst Friesicke im Rahmen eines Bibelforscher-Prozesses, bei dem ab Ende April 1935 insgesamt 186 Personen aus Leipzig und Umgebung angeklagt wurden, am 12. Juni 1937 zu acht Monaten Haft verurteilt. Die Verhandlung fand im Landgerichtsgebäude Leipzig statt. Eine erneute Festnahme aufgrund einer Denunziation erfolgte am 29. September 1938.
„Der Schutzhäftling ist nach wie vor hartnäckiger Bibelforscher und weigert sich, von der Irrlehre der Bibelforscher abzulassen.“
Nach der Haftverbüßung wurde Karl Josef Siebeneichler am 12. Januar 1939 in das KZ Buchenwald überstellt. Bei der Aufnahme im KZ verprügelte ihn ein SS-Mann, weil er auf Nachfrage geantwortet hatte, weiter an Jehova Gott zu glauben. Es folgten drei Monate brutale Behandlung in der Strafkompanie. Während der KZ-Haft wurde Karl Josef Siebeneichler durchgehend mit Postsperre belegt. Der Vermerk auf den Briefen lautete: „Der Schutzhäftling ist nach wie vor hartnäckiger Bibelforscher und weigert sich, von der Irrlehre der Bibelforscher abzulassen. Aus diesem Grunde ist ihm lediglich die Erleichterung, den sonst zulässigen Briefverkehr zu pflegen, genommen worden.“
In den Tagen nach der Befreiung half Karl Josef Siebeneichler als Fachkraft im Auftrag des Internationalen Lagerkomitees bei der fotografischen Dokumentation des Grauens im KZ Buchenwald.
Widerstand und Verfolgung im Kommunismus
In der DDR fanden bei Familie der Siebeneichler Hausdurchsuchungen statt und Literatur wurde beschlagnahmt.
Gedenkzeichen
In Leipzig wurden am 28. Juni 2023 vor dem Haus in der Trötzschelstraße 2 vier Stolpersteine in Erinnerung an die Familie Siebeneichler verlegt. (Leipziger Volkszeitung, 29.6.2023, S. 13.)