Konstanz, Wessenberg'sche Erziehungsanstalt
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Adresse
Wessenberg'sche Erziehungsanstalt Konstanz
Konstanz, Schwedenschanze 10, Deutschland
Informationen zum Ort
Die Wessenberg'sche Vermächtnisstiftung wurde 1862 gegründet. Bereits 1855 hatte der Stifter Ignaz Heinrich Freiherr von Wessenberg (1774–1860) eine „Rettungsanstalt für sittlich verwahrloste Mädchen“ finanziert. Später wurde die Einrichtung als Erziehungsanstalt bezeichnet. Das Leben in der Erziehungsanstalt war streng geregelt. Den Mädchen war es untersagt, miteinander zu sprechen. Nur wenn eine Erzieherin sie anredete, durften sie antworten. Alle trugen ein schlichtes Schürzenkleid als Uniform. Die Haare wurden hochgesteckt und von April bis Oktober liefen die Mädchen barfuß. Neben dem täglichen Schulunterricht mussten die Mädchen hart arbeiten.
Nach 1945 existierte die Einrichtung weiter als Mädchenheim weiter. Sie wurde 1977 geschlossen, da das Konzept nicht mehr den zeitgemäßen Anforderungen entsprach. Heute verfügt die Einrichtung über moderne und vielfältige Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien.
(https://www.wessenbergstiftung-konstanz.de/geschichte.html [Zugriff am 11.6.2026]; Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas: Simone Arnold.)
Widerstand und Selbstbehauptung im Nationalsozialismus
Das Amtsgericht Mülhausen beschloss am 2. Juni 1943 die Anordnung einer Fürsorgeerziehung für Simone Arnold. Am 8. Juli 1943 wurde das 13jährige Mädchen in die Wessenberg’sche Erziehungsanstalt Konstanz eingewiesen. Obwohl Simone in der Erziehungsanstalt von der Ausübung ihres Glaubens abgehalten wurde, blieb sie eine Zeugin Jehovas. Bei den regelmäßigen Besuchen einer Tante machten sie gemeinsam Ausflüge und lasen unterwegs in den neuen Ausgaben des Wachtturms. Abgesehen davon war der Kontakt zu Simones Familie abgebrochen. Erst am 24. April 1945 wurde sie wieder der Fürsorge ihrer Mutter übergeben, die sich wie ihr Vater in einem Konzentrationslager befunden hatte. (Arnold Liebster: Allein vor dem Löwen; Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas: Simone Arnold.)