Dresden, Militärgericht und Gefängnis Albertstadt
Adresse
Militärgericht mit Arrestanstalt bzw. Wehrmachthaftanstalt (bis 1945)
Gefängnisverwaltung des Ministeriums der Justiz (nach 1945)
Untersuchungshaftanstalt (nach 1945)
Kasernen der Einheiten der GSSD (nach 1945 bis 1990)
Dresden, Fabricestraße 4/6 (heute 8/10; 1946–2011 hieß die Straße Proschhübelstraße), Deutschland
Informationen zum Ort
In dem Gerichtsgebäude aus der Kaiserzeit befanden sich bis 1945 verschiedene Kriegsgerichte der Wehrmacht, wie das Gericht der 4. Division, das Oberkriegsgericht des IV. Armee-Korps, das Gericht des Kommandeurs der Ersatztruppen IV, das Gericht der Division 154 und das Gericht der Division 404. Außerdem verwaltete in dem Gebäude ein Vorstand die Dresdner Untersuchungshaftanstalten. Im hinteren Teil des Geländes befand sich die Arrestanstalt, später Wehrmachthaftanstalt.
In der DDR wurde die frühere Wehrmachthaftanstalt zumindest zeitweise als Untersuchungshaftanstalt genutzt. Der Zeuge Jehovas Bruno Seifert wurde 1954 dort so schwer misshandelt, dass er verstarb.
Auf dem Gelände waren nach 1945 bis zum Abzug der russischen Truppen nach der deutschen Wiedervereinigung Soldaten als Bestandteil einer sowjetischen Kaserne von den Dresdner Einheiten der GSSD stationiert.
Widerstand und Selbstbehauptung im Nationalsozialismus
Vor Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden im Gerichtsgebäude mehrere Zeugen Jehovas wegen Verweigerung des Wehrdienstes zu Haftstrafen verurteilt. In der Kriegszeit verweigerte der Zeuge Jehovas Hugo Henschel den weiteren Wehrdienst und wurde vom Gericht der Division 404 zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde in der Untersuchungshaftanstalt Dresden George-Bähr-Straße volltreckt. Außerdem wurden von dem Gericht die Voruntersuchungen für Verfahren vor dem Reichskriegsgericht eingeleitet. (Herrberger, Denn es steht, S. 108, 169, 390, 394.)
Verfolgte Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus
Männer
- Kurt Degenkolb
- Otto Degenkolb
- Hugo Henschel
- Rudolf Janetzky
- Heinz Mehnert
- Paul Schreckenbach