Meißen, Porzellanmanufaktur
Adresse
Porzellanmanufaktur Meißen
Meißen, Talstraße 9, Deutschland
Informationen zum Ort
In Europa gelang es Johann Friedrich Böttger 1708 erstmals weißes Porzellan herzustellen. Der sächsische Kurfürst August der Starke gründet daraufhin 1710 die „Königlich-Polnische und Kurfürstlich-Sächsische-Porzellan-Manufaktur“. Während das Porzellan zunächst in der Albrechtsburg Meißen hergestellt wurde, entstand zwischen 1861 und 1864 eine Betriebsstätte im Triebischtal, die bis heute Standort der Firma im Sächsischen Staatsbesitz ist.
Als herausragenden Maler und Bildhauer richtete 1923 Emil Paul Börner in der Manufaktur ein Meisteratelier ein, in dem ab 1924 auch die beiden Bibelforscher Max Hermann Dietze und Ernst Fritz Gottschling tätig waren. Nachdem die Versuche, ein spielbares Glockenspiel aus Porzellan herzustellen, 200 Jahre erfolglos geblieben waren, gelang es Max Hermann Dietze zur Tausendjahrfeier der Stadt Meißen in der dortigen Frauenkirche ein Glockenspiel zu installieren, welches am 1. Juni 1929 erstmals erklang. Daraufhin stellte er mit seinem Kollegen Ernst Fritz Gottschling ein Glockenspiel aus 40 spielbaren Porzellanglocken für den Dresdner Zwinger her, welches am 6. Dezember 1933 eingeweiht wurde. Die beiden Zeugen Jehovas waren aufgrund ihres Glaubens zur Einweihung nicht eingeladen und die Ehre für ihre Arbeit bekam ihr Vorgesetzter.
Wegen ihrer religiösen Überzeugung wurde Max Hermann Dietze Anfang 1935 und Ernst Fritz Gottschling am 25. September 1935 von der Meißener Porzellanmanufaktur fristlos gekündigt. Beide kamen in der NS-Zeit ums Leben.