Zum Hauptinhalt springen

Hohnstein, Konzentrationslager

Adresse

Außenstelle der Gefangenenanstalt Bautzen (1919 bis 1924)
Konzentrationslager Hohnstein
(1933/34)
Kriegsgefangenenlager (1939 bis 1945)
Hohnstein, Markt 1, Deutschland

Informationen zum Ort

Die Burg Hohnstein wurde auf einem Felsen in der Sächsischen Schweiz erbaut und im 14. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Sie diente im Lauf ihrer langen Geschichte mehrfach als Gefängnis, so von 1919 bis 1924 als Außenstelle der Gefangenenanstalt in Bautzen. 1926 wurde in der Burg eine der größten Jugendherbergen Deutschlands eingerichtet.

Im März 1933 besetzte die SA die Burg und errichtete darin eines der ersten deutschen Konzentrationslager. Von März 1933 bis zur Auflösung des Lagers Ende August 1934 waren wahrscheinlich über 5.000 Personen, meist Männer, inhaftiert, darunter auch 17 Zeugen Jehovas. Die Gefangenen mussten schwere körperliche Arbeit verrichten u. a. im Steinbruch in Heeselicht und beim Bau der Rennstrecke Deutschlandring. Nach der Auflösung des Konzentrationslagers wurden die meisten Gefangenen bis zum September 1934 in das Konzentrationslager Sachsenburg überstellt.

1935 wurden in einer in Deutschland einmaligen Aktion 24 Personen der SA-Wachmannschaft des Konzentrationslagers, darunter der ehemalige Kommandant, wegen Körperverletzung im Amt angeklagt und zu Haftstrafen von bis zu sechs Jahren verurteilt. Alle Angeklagten wurden noch im gleichen Jahr von Adolf Hitler begnadigt. Von 1939 bis 1945 diente die Burg als Lager für Kriegsgefangene.

(Hesse: Von Anfang an, S. 277.)

Eine leichte Schneedecke liegt über einem steilen Hang auf dem eine Burg mit Gebäuden aus verschiedenen Jahrhunderten tront.
Burg Hohnstein, 2006 (Fotograf: Jörg Blobelt, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons).

Verfolgte Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus

17

Männer

Anzahl nach aktuellem Forschungsstand

Gedenkzeichen

Im Tunnel, der den Unteren mit dem Oberen Burghof verbindet, befindet sich ein Gedenkraumraum, in dem seit 2023 übergangsweise eine kleine Ausstellung mit vier Schautafeln und einigen Gedenkinschriften an das frühere Konzentrationslager erinnert. Auf einer Tafel wird auch die Opfergruppe der Zeugen Jehovas erwähnt.

In einem kahlem, verputztem Raum aus Natursteinen hängen zwei Schautafeln und mehrere Gedenkinschriften.
Gedenkraum in der Burg Hohenstein, in dem auch Zeugen Jehovas als Häftlinge des frühen Konzentrationslagers genannt werden. Aufnahme von 2025 (Privatarchiv T. Martin Krüger, Fotograf: T. Martin Krüger).

Externe Medien

Provider-Informationen

Nachstehend finden Sie Informationen zum Anbieter und Dienst, dessen Inhalte blockiert sind, bis Sie ein Video laden oder YouTube dauerhaft erlauben.

Provider

Provider-Name
Google Ireland Limited
Beschreibung
Google Ireland Limited ist Anbieter von Google-Diensten in der EU. Über YouTube werden externe Videoinhalte bereitgestellt.
Adresse
Gordon House, Barrow Street, Dublin 4, Irland

Service

Name
YouTube
Beschreibung
YouTube ist eine Videoplattform. Wenn Sie ein Video laden oder YouTube dauerhaft erlauben, werden Inhalte von YouTube angezeigt und Daten an Google/YouTube übertragen.
Cookie(s)
Google/YouTube kann Cookies und vergleichbare Technologien einsetzen, unter anderem für Wiedergabe, Sicherheit, Analyse, Personalisierung und Werbung. Die konkrete Speicherdauer und die aktuellen Cookie-Details nennt Google in den Cookie-Informationen.
Weitere Informationen stehen in unserer Datenschutzerklärung. Eine dauerhafte Freigabe können Sie jederzeit über „Cookie-Einstellungen“ im Footer widerrufen.