Potsdam, Militärgericht und Wehrmachthaftanstalt
Adresse
Militärgericht und Wehrmachthaftanstalt Potsdam
Potsdam, Garde-du-Corps-Straße 14/17 (historische Adresse bis 1945; ab 1946 Wilhelm-Raabe-Straße; die Straße wurde überbaut und entspricht heute dem Gelände der Burgstraße 23), Deutschland
Informationen zum Ort
1838 wurde die Militärarrestanstalt in einer alten Kaserne mit 51 Zellen und Gerichtsräumen eingerichtet. Das Gebäude wurde am 14. April 1945 zerstört und das Areal in den 1960er Jahren mit großen Wohngebäuden überbaut.
In der Zeit des Nationalsozialismus befanden sich dort die Gerichte der 23. Division, des Kommandeurs der Ersatztruppen III und die Gerichte der Division 153 und 463.
Die Divisionsgerichte in Potsdam fällten im Zweiten Weltkrieg zahlreiche Todesurteile gegen Wehrmachtsoldaten. Vollstreckt wurden die Urteile zum größten Teil im Zuchthaus Brandenburg, andere auf den Schießplätzen Katharinenholz, den Jäger-Schießständen und den MG-Schießständen Potsdam-Forst.
Widerstand und Selbstbehauptung im Nationalsozialismus
Soweit es bekannt ist, wurden vom Kriegsgericht in Potsdam zwei Zeugen Jehovas verurteilt. Im Januar 1938 verurteilte das Gericht der 23. Division Konrad Steinicke wegen Gehorsamsverweigerung zu einer Gefängnisstrafe. Steinicke hatte bei der Truppe den Fahneneid verweigert und erklärt, dass er im Krieg keinen Menschen töten würde. Am 22. Dezember 1942 verurteilte das Gericht der Division 463 Herbert Christoph wegen Verweigerung des Wehrdienstes zum Tode. Vollstreckt wurde das Urteil im Januar 1943 auf dem Schießplatz Katharinenholz. (Herrberger, Denn es steht, S. 104, 295, 388.)
Verfolgte Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus
Männer
- Herbert Christoph
- Konrad Steinicke