Magdeburg, Haftanstalt Sudenburg
Adresse
Haftanstalt Magdeburg-Sudenburg
Magdeburg, Sudenburger Wuhne 8 a, Deutschland
Informationen zum Ort
1894 wurde in Magdeburg mit dem Bau eines Justizpalastes begonnen. Direkt daneben entstand ein aus damaliger Sicht modernes Gefängnis mit eigenem Lazarett. Beide Gebäude wurden 1905 der Bestimmung übergeben.
Ab 1933 inhaftierten die Nationalsozialisten in der Haftanstalt politische Gegner, wozu sie auch Zeugen Jehovas zählten. Ab 1938 waren die Gebäude außerdem Sammelstätte für Juden, die in Konzentrationslager deportiert wurden. Die starke Überbelegung erreichte 1943 mit 1.400 Gefangenen einen Höhepunkt.
Nach dem Ende des Krieges dienten die Gebäude zunächst bis 1949 als sowjetisches Militärgefängnis und anschließend als Haftanstalt. Auch Zeugen Jehovas waren in Magdeburg-Sudenburg inhaftiert – sowohl in den 1950er Jahren als auch später als Wehrdienstverweigerer. Beim Volksaufstand in der DDR am 17. Juni 1953 wurde das Gefängnis angegriffen und drei Polizisten kamen ums Leben. Von 1952 bis 1958 befand sich in den Gebäuden die Untersuchungshaftanstalt der Staatssicherheit.
Nach der politischen Wende 1989/90 wurde die Justizvollzugsanstalt bis 2013 weiter betrieben. Heute sind die Gebäude weitgehend ungenutzt.
Verfolgte Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus
Frauen
Anzahl nach aktuellem Forschungsstand: nicht bekannt
- Else Massors, geb. Niemann
Männer
Anzahl nach aktuellem Forschungsstand: nicht bekannt
Verfolgte Zeugen Jehovas im Kommunismus
Männer
Anzahl nach aktuellem Forschungsstand: nicht bekannt
- Walter Gluske
- Willy Thiel