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Regensburg, St. Georgenplatz

Adresse

Gedenkstätte für vom NS-Regime verfolgte Zeugen Jehovas der Stadt Regensburg mit einem Stolperstein für Albin Relewicz
Regensburg, St. Georgenplatz, Deutschland

Wohnort von Heinrich Lutterbach
Regensburg, St. Georgenplatz 2, Deutschland
Am Standort St. Georgenplatz 2 befindet sich heute das Haus der Bayrischen Geschichte (Donaumarkt 1).

Widerstand und Selbstbehauptung im Nationalsozialismus

Der St. Georgenplatz war ein Zentrum des Widerstands der Regensburger Zeugen Jehovas. Im Wohnhaus von Heinrich Lutterbach St. Georgenplatz 2 wurden geheime Hausgottesdienste und Protestaktionen organisiert sowie verbotene Literatur versteckt. (Simon-Pelanda/Breedlove: Widerstand, S. 288—299.)

Über einem Fluss führt eine Brücke, dahinter Stadthäuser und ein Dom.
Der St. Georgenplatz in Regensburg um 1930. Heinrich Lutterbach wohnte in dem Haus St. Georgenplatz 2, links von „Hengstenberg Senf“ (Stadt Regensburg, Bilddokumentation).
Hinter der Donau ist das Museum für Bayerischen Geschichte zu sehen.
Das Museum der Bayerischen Geschichte in Regensburg am früheren St. Georgenplatz 2, wo Heinrich Lutterbach wohnte. Vor dem Haupteingang des Museums wurde 2019 ein Stolperstein für Heinrich Lutterbach verlegt (UaP, Fotografin: Sandra Breedlove).

Gedenkzeichen

Am 8. Oktober 2019 wurde am früheren St. Georgenplatz 2 in Regensburg vor dem Haupteingang des Museums für Bayerische Geschichte ein Stolperstein für Heinrich Lutterbach verlegt. (Lukesch: Acht neue Stolpersteine.)

Ein Stolperstein mit der Aufschrift: "Hier wohnte / Heinrich Lutterbach / Jg. 1909 / Zeuge Jehovas / Verhaftet 1936 / Gefängnis Landsberg/Lech / 1937 Dachau / 1939 Mauthausen / Befreit"
Stolperstein für Heinrich Lutterbach, der 2019 vor dem Haupteingang des Museums der Bayerischen Geschichte in Regensburg verlegt wurde (Herbert Baumgärtner, Regensburg).

Am 27. Januar 2022 weihte Regensburgs Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer am St. Georgenplatz eine Gedenkstele für Zeugen Jehovas, die vom NS-Regime verfolgt wurden, ein. Der Text der der Stele weist auf Albin Relewicz und Heinrich Lutterbach hin. (Rex: Stele erinnert an die Verfolgung.)

Die Gedenkstele für Zeugen Jehovas am St. Georgenplatz in Regensburg.
Die am 27. Januar 2022 von der Stadt Regensburg am St. Georgenplatz eingeweihte Gedenkstele für Zeugen Jehovas (Sammlung Guido Hassel, Fotograf: Guido Hassel).

Anfang Dezember 2022 wurde die Gedenkstele offenbar von Fans des SSV Jahn Regensburg mit dem Schriftzug „1889“ beschmiert. 1889 war das Gründungsjahr des Fußballvereins und gleichzeitig das Geburtsjahr Adolf Hitlers, was den Vorfall besonders problematisch machte. Die Stadt leitete Ermittlungen ein und die Kriminalpolizei nahm Untersuchungen wegen Sachbeschädigung auf. Als Reaktion auf den Akt des Vandalismus äußerten sich

  • Christian Schüssel, Sprecher von Jehovas Zeugen: „Es ist ein Zeichen von Respektlosigkeit. Wir wurden während des Nationalsozialismus verfolgt und umgebracht.“

  • Der SSV Jahn Regensburg: „Das Beschmieren der Gedenkstele am Regensburger St. Georgenplatz, die dem mutigen Widerstand von Personen gegen das Nazi-Regime und dem Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus gewidmet ist, verurteilen wir ausdrücklich und nachdrücklich.“ Der Verein stehe „im regelmäßigen und konstruktiven Austausch“ mit den Fans und thematisiere dabei die Konsequenzen von Vandalismus.

  • Stadtsprecherin Juliane von Roenne-Styra: „Es ist indiskutabel und auf das Schärfste zu verurteilen, die Gedenktafel so zu beschmieren.“

Da sich das Graffiti nicht vollständig entfernen ließ, wurde die Stele Anfang Februar 2023 abgebaut. Die ursprünglich für das Frühjahr 2023 geplante feste Neuinstallation verzögerte sich aufgrund von Personalmangel, bürokratischen Hürden und langsamen Verwaltungsabläufen. Mehrere engagierte Bürgerinnen und Bürger setzten sich für eine schnelle Wiederaufstellung der Stele ein. Sie forderten eine klare Haltung der Stadt gegen den Vandalismus und drängten auf eine zeitnahe Umsetzung der festen Stele. Unterstützung bekamen sie von der Stabstelle für Gedenk- und Erinnerungsarbeit, die sich darum bemühte, dass die neue Stele endlich installiert werde. (Hell: Respektloses Graffiti.)

Am 23. April 2025 wurde die nun wetterfeste Stele dauerhaft installiert und von Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer enthüllt. (Bothner: Nicht vergessen.)

Gedenkstele mit Abbildungen und Text, davor ein Blumengebinde mit einer Schleife "zum Gedenken an die Zeugen Jehovas"
Die am 23. April 2025 am Regensburger St. Georgenplatz neu errichtete und enthüllte Gedenkstele für Zeugen Jehovas, die vom NS-Regime verfolgt wurden (UaP).

Unmittelbar vor der Stele wurde am 24. September 2024 ein Stolperstein für Albin Relewicz verlegt. (Unrecht: Mahnmal gegen das Vergessen.)

Ein Stolperstein mit der Aufschrift: "Albin Relewicz / Jg. 1906 / Zeuge Jehovas / Verhaftet 7.3.1943 / Gefängnis Zweibrücken / 1944 'Heilanstalt' Karthaus-Prüll / ermordet 21.1.1945"
Der am 24. September 2024 am Regensburger St. Georgenplatz für Albin Relewicz verlegte Stolperstein (UaP).

Videos

Regensburg – Stolpersteinverlegungen am 24. September 2024

Externes Video · YouTube

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Am St. Georgenplatz in Regensburg wurde am 24. September 2024 ein Stolperstein für den Zeugen Jehovas Albin Relewicz verlegt. TV-Bericht vom 25. September 2024, mit freundlicher Genehmigung von TVA Regensburg.

Externe Medien

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