Düsseldorf-Stoffeln, KZ-Außenlager
Adresse
Außenlager des Konzentrationslagers Sachsenhausen in Düsseldorf-Stoffeln
Gedenkstätte KZ-Außenlager Stoffeln
Südpark Düsseldorf, Stoffeler Kapellenweg 80, Deutschland
Informationen zum Ort
Das KZ-Außenlager Düsseldorf-Stoffeln war eines von fünf Außenlagern in Düsseldorf und unterstand dem KZ Sachsenhausen. Von rund 1.000 Gefangenen der „I. SS-Baubrigade“ aus dem KZ Sachsenhausen wurden 400 nach Duisburg und 600 nach Düsseldorf abkommandiert. Dort mussten sie von Oktober 1942 bis Februar 1943, meist mit bloßen Händen, die Trümmer von Bombardierungen beseitigen und zerstörte Eisenbahnschienen wiederherstellen.
Der Hauptanteil der in Düsseldorf gefangenen Männer waren Russen, Polen und Ukrainer. Mit 111 Toten hatte dieses Außenlager eine der höchsten Todesraten. „Bei Wind und Wetter mussten sich die […] halbverhungerten KZ-Häftlinge täglich über mehrere Kilometer zur Arbeit schleppen“, berichtete ein Zeitzeuge aus Düsseldorf-Oberbilk. Die KZ-Gefangenen kamen „in ihrer gestreiften Häftlingskleidung direkt in die Stadt, sie wurden unübersehbarer Bestandteil der Kriegsgesellschaft im öffentlichen Raum“, so Bastian Fleermann in seiner Gedenkrede zum DGB-Hoffest 2017. 55 der 100 in Düsseldorf-Stoffeln eingesetzten deutschen Gefangenen waren Zeugen Jehovas, darunter Erich Frost aus Leipzig und Walter Voigt aus Meißen.
(Henkel: Die Düsseldorfer KZ-Außenlager; Kussmann: Ein KZ-Außenlager; Fleermann: Vortrag 31.8.2017.)
Widerstand und Selbstbehauptung im Nationalsozialismus
Narciso Riet, dem leitenden geistlichen Seelsorger der Gemeinden von Jehovas Zeugen in Deutschland, und seiner Mitarbeiterin Edith Etzkorn gelang an Sonntagen die Kontaktaufnahme mit den gefangenen Mitgläubigen. Sie brachten ihnen Lebensmittel, Geldspenden und verbotene Bibelliteratur. Mehrere unzensierte Briefe von Gefangenen konnten auf diesem Weg zu den Angehörigen geschmuggelt werden. Edith Etzkorn erklärte in einem Gestapoverhör im Januar 1944:
„Als ich mit Riet an einem Sonntag einen Spaziergang durch den Düsseldorfer Volksgarten unternahm. Auf diesem Spaziergang kamen wir an dem Gefangenenlager Stoffeler-Friedhof vorbei. Das Lager ist an dieser Seite nur mit einem etwa 1 mtr. hohen Bretterzaun umgeben. Dem Riet fiel auf, daß in der Nähe des Zaunes ein Gefangener stand, der auf einem Rockärmel einen lila Winkel trug. Wir nickten diesem Gefangenen freundlich zu, traten dicht an den Zaun heran und begrüßten ihn durch Händedruck, weil wir ihn an dem lila Winkel als Glaubensbruder erkannt hatten. Nachdem wir uns kurz mit diesem Glaubensbruder unterhalten hatten, gingen wir wieder in meine Wohnung, um dem Gefangenen einige Butterbrote zu holen. […] Auf dem Lagerplatz befindet sich etwa 3-4 mtr. von dem Bretterzaun entfernt eine kleine Bretterbude, die anscheinend nicht benutzt wurde. Da in unmittelbarer Nähe dieser Bretterbude eine Tür in dem Bretterzaun war, die nicht verschlossen war, fanden wir durch diese Tür Einlaß [sic!] und konnten uns in der Bretterbude ungesehen mit Voigt unterhalten.“ (LAV NRW R, RW 0058 Nr. 22840, Bl. 16, 17.)
Gedenkzeichen
In einem Schulprojekt - unterstützt von der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf - wurden 2016/17 Erinnerungszeichen an die Gedenkstätte Düsseldorf-Stoffeln und weitere ehemalige Düsseldorfer KZ-Außenkommandos entwickelt und installiert. Anlässlich des 60. Antikriegstages wurden im Rahmen der von den Schülern vorbereiteten Feierstunde im Düsseldorfer Rathaus am 1. September 2017 symbolisch die Erinnerungszeichen für die Düsseldorfer Außenlager übergeben. (Treede: Erinnerungszeichen KZ-Außenlager Stoffeln.)