Oberhausen, Beeckstraße 42
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Adresse
Wohnort der Familie Böke und zeitweilig von Julius Engelhard
Oberhausen-Sterkrade, Beeckstraße 42, Deutschland
Informationen zum Ort
Im Haus der Eheleute Böke in der Beekstraße 42 wurde Julius Engelhard im April 1943 festgenommen. (LAV NRW R, Akte RW 0058 Nr. 51593.)
Widerstand und Selbstbehauptung im Nationalsozialismus
Ab 1941 versteckte sich Julius Engelhard, der die Aufgaben eines Landesdieners übernommen hatte, hier und in zwei weiteren Wohnungen in Oberhausen-Sterkrade und organisierte die Drucktätigkeit für Zentraleuropa. Ein Team von Frauen und Männern stellte bis 1943 jeden Monat 240 bis 360 Exemplare der Zeitschrift „Der Wachtturm“ sowie rund 100 Exemplare Mitteilungsblätter und Kopien von Abschiedsbriefen hingerichteter Kriegsdienstverweigerer her. Julius Engelhard gab im Gestapo-Verhör 1943 zu Protokoll: „Die Schreibmaschinenarbeit verrichtete ich bei Böke, wo ich jeden Monat durchschnittlich 8 Tage wohnte und arbeitete.“
Julius Engelhard beschrieb hier die Matrizen, die für den Vervielfältigungsapparat gebraucht wurden – eine sehr mühsame Arbeit:
Beim sogenannten Hektographie-Verfahren, auch Spiritus-Umdruck genannt, erstellte man mit Schreibmaschine oder Stift eine seitenverkehrte, farbintensive Kopie des Originals und drückte diese Vorlage mittels eines Abziehgeräts auf ein mit Spiritus befeuchtetes Papier, um kleine Auflagen bis zu 250 Kopien herstellen zu können.
Für den Einsatz mit einem Vervielfältigungsapparat musste dagegen mit Schreibmaschine oder Stift der Text mühsam auf ein spezielles, mit Wachs beschichtetes Papier geschrieben werden – die Matrize –, die dann in ein Druckgerät gespannt und, mit einer dünnen Schicht Alkohol benetzt, für größere Auflagen verwendet werden konnte.
(LAV NRW R, Akte RW 0058 Nr. 51593.)