Fridolfing, KZ-Außenklager
Adresse
Außenlager des KZ Dachau Fridolfing
Fridolfing, Strohhof 1, Deutschland
Informationen zum Ort
In Fridolfing hatte der mit Heinrich Himmler befreundete SS-Obersturmführer Alois Rehrl ein landwirtschaftliches Anwesen, das spätestens ab 1944 als ein Außenlager des KZ Dachau geführt wurde. Rehrl beschäftigte neben Zwangsarbeitern und französischen Kriegsgefangenen auch einen Mann und vier Frauen aus den Reihen der Zeugen Jehovas, die aus den Konzentrationslagern Dachau und Ravensbrück überstellt worden waren.
Obwohl letztere auch schwere körperliche Arbeiten ausführen mussten, scheint es ihnen in Fridolfing wesentlich besser als in den Konzentrationslagern selbst ergangen zu sein. So konnten mehrere von ihnen Besuch von Angehörigen erhalten. Tatsächlich gaben sich Häftlinge anderer Kategorien in Fridolfing sogar als Zeugen Jehovas aus, weil sie sich davon Vorteile erhofften.
Das Lager wurde am 3. Mai 1945 befreit. Die Häftlinge blieben noch kurze Zeit auf dem Gutshof. In einem Spruchkammerverfahren verwendeten sich neben ehemaligen Angestellten auch ehemalige Häftlinge für den Angeklagten Rehrl, so dass dieser nur als „Minderbelasteter“ eingestuft wurde.
(Dirksen: Martha Knie, S. 67–70.; Mühldorfer: Fridolfing; Klein: Jehovas Zeugen im KZ Dachau, S. 94.)
Widerstand und Selbstbehauptung im Nationalsozialismus
In Fridolfing nutzen die Zeugen Jehovas ihre relativen Freiheiten, um ihren Glaubensaktivitäten nachzugehen. Sie sprachen mit anderen über ihre religiösen Überzeugungen, konnten mit Glaubensgeschwistern aus dem Ort Fridolfing Kontakt aufnehmen und mit ihnen sogar Zusammenkünfte durchführen. (Dirksen: Martha Knie, S. 68–70.)
Verfolgte Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus
Frauen
- Emma Kirscht
- Martha Knie, geb. Hagemeister
- Katharina Thoenes, geb. Deden
- Auguste Wolf, geb. Busch
Mann
- Arno Salomon
Gedenkzeichen
Es existiert am ehemaligen Gutshof Fridolfing kein Zeichen, dass an das frühere KZ-Außenlager erinnert. Die Alois-Rehrl-Straße in Fridolfing wurde nicht nach dem SS-Mann Alois Rehrl benannt, sondern nach dessen Großvater, der im 19. Jahrhundert das Gut und die Mühle gründete.