Amsterdam, Zentrale des deutschen Sicherheitsdienstes
Adresse
Zentrale des deutschen Sicherheitsdienstes Amsterdam
Amsterdam, Gerrit van der Veenstraat 99 (früher Euterpestraat 99), Niederlande
Informationen zum Ort
Das Gebäude in der Euterpestraat 99 war die Amsterdamer Außendienststelle des Befehlshabers der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes (SD). Das Gebäude einer ehemaligen Mädchenschule wurde zu einer Terrorzentrale. Klaus Barbie, später als „Schlächter von Lyon“ berüchtigt, war hier von Anfang der deutschen Besatzung der Niederlande 1940 bis 1942 im Rang eines SS-Obersturmführers tätig. Anne Frank und ihre Familie wurden nach ihrer Entdeckung hierher gebracht. Der Straßenname „Euterpestraat“ stand während der deutschen Besatzung als Synonym für Folter und Terror, so dass der Stadtrat nach Kriegsende eine Umbenennung beschloss. (Höhne: Der Schlächter von Lyon, Teil 2.)
Widerstand und Selbstbehauptung im Nationalsozialismus
Robert Arthur Winkler, der Leiter des Werkes der Zeugen Jehovas in den Niederlanden, wurde nach seiner Verhaftung in die Euterpestraat 99 gebracht, wo er 17 Tage verbrachte. Klaus Barbie und ein weiterer SS-Mann folterten den Zeugen Jehovas stundenlang, um Geständnisses zu erpressen, was ihnen nicht gelang. Aufgrund seiner Verletzungen erkannten den Zeugen Jehovas am nächsten Tag die Polizisten, die ihn verhaftet hatten, nicht wieder. (Winkler: Glücklich, S. 380 f.)