Oberhausen, Bottroper Straße 105
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Adresse
Wohnort von Clemens Müller und seiner Familie
Oberhausen, Bottroper Straße 105, Deutschland
Familie Müller lebte im von der Straße aus nicht einsehbaren Hinterhaus des Gebäudes.
Widerstand und Selbstbehauptung im Nationalsozialismus
Ab 1934 kam es bei der Familie Müller wiederholt zu Haudurchsuchungen. Fürchtegott Müller erinnerte sich später an die Courage seiner Mutter Emma Müller während einer dieser Durchsuchungen: „Wir hatten im Wohnzimmer ein Bild, das unter den Bibelforschern weit verbreitet war. Es wurde das ‚Friedensbild‘ genannt und ist eine Darstellung aus Jesaja Kapitel 11 und 65. Dieses Bild war über der Tür [...] zur Küche aufgehängt. Die Türen in unserer Wohnung waren sehr hoch […]. Die Gestapo wollte dieses Bild zertreten, wie sie es bereits bei anderen Bibelforschern getan hatte. Mutter sollte es herunterholen. Sie antwortete naiv: ‚Ich habe [es] erst letzte Woche geputzt.‘ Da wurden die Beamten ungeduldig. Der eine zog die Pistole, entsicherte sie und legte auf meine Mutter an. […] Mutter sagte: ‚Wenn Sie das tun müssen, dann tun Sie es, ich hole das Bild nicht herunter. Aber Sie müssen dann auch für die Kinder sorgen.‘ Unser Bild blieb […] dort hängen. […] Als wir 1945 zurückkamen, fanden wir es auf dem Kleiderschrank liegen.“
Emma Müller versteckte während er NS-Zeit auch mehrere Monate den Glaubensbruder Hans Baumgart, der zum Militär eingezogen und fahnenflüchtig geworden war, in ihrer Wohnung.
(JZArchZE, Zeitzeugenbericht Fürchtegott Müller.)
Gedenkzeichen
Am 10. Februar 2026 wurden vor dem Haus Bottroper Straße 105 in Oberhausen fünf Stolpersteine für die Familie Müller verlegt. Die Recherchen zur Biographie von Emma Müller führte die Schülerin Tarja-Lucia Rapecki vom Elsa-Brändström-Gymnasiums in Oberhausen im Rahmen des Projekts „Kartographie von Verfolgung und Widerstand der Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus“ durch. Sie stellte die Lebensgeschichte der Zeugen Jehovas auch während der Verlegung vor. Die Jugendlichen Lana Horvat und Jael Nguyen aus der örtlichen Gemeinde der Zeugen Jehovas verlasen die Biografien von Clemens Müller sowie der Geschwister Edith, Ruth und Fürchtegott Müller. (Gedenkhalle Oberhausen: Stolpersteine 10. Februar 2026; https://www.stiftung-denkmal.de/aktuelles/stolpersteinverlegung-fuer-verfolgte-zeugen-jehovas-in-hamburg/ [Zugriff am 17.9.2026].)
Videos
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