Ludwigsburg, Reinhardtkaserne
Adresse
Reinhardtkaserne in Ludwigsburg
Ludwigsburg, Königsallee 43, Deutschland
Informationen zum Ort
Die Reinhardtkaserne wurde von 1881 bis 1891 erbaut und 1934 nach dem letzten preußischen Kriegsminister Walter Reinhardt umbenannt. Von 1928 bis 1934 wurde die Kaserne von einer Fahrabteilung genutzt und ab 1937 von einem Flak-Regiment und einer Luftwaffenschule. Nach dem Zweiten Weltkrieg bezog die US-Armee bis 1992 die Gebäude. (Militärgeschichtliche Gesellschaft Ludwigsburg: Militärgeschichtlicher Rundgang.)
Widerstand und Selbstbehauptung im Nationalsozialismus
Am 15. April 1942 erhielt der Zeuge Jehovas Bernhard Grimm die Einberufung zur Flak-Ersatz-Abteilung 1 in Ludwigsburg. Dort ereignete sich auf dem Hof der Reinhardtkaserne laut dem Feldurteil des Reichskriegsgerichtes Folgendes: „Bei der Einteilung der Rekruten auf dem Kasernenhof trat er aus dem Glied und erklärte dem diensttuenden Oberwachtmeister, dass er Dienst in der Wehrmacht verweigere mit der Begründung, er lebe nach der Bibel; in der Bibel stehe aber geschrieben, ‚Du sollst nicht töten‘.“ Bernhard Grimm erklärte weiter, dass ihm sein Gewissen nicht erlaube, entgegen dem Bibelwort zu handeln und mit der Waffe zu kämpfen. Wenige Tage später überführte man ihn in die Standortarrestanstalt Ludwigsburg. (Herrberger, Denn es steht geschrieben, S. 61, 138.)