Wilhelm Wohler
- Vorname(n)
- Wilhelm
- Nachname
- Wohler
- Geburtsdatum
- 20. Oktober 1889
- Geburtsort
- Dodow, Deutschland
- Todesdatum
- 5. April 1940
- Todesort
- Sachsenhausen, Konzentrationslager
- Verfolgungsbedingte Todesart
- Im Konzentrationslager ums Leben gekommen
- Beruf
- Stellmacher
- Erstkontakt und/oder Taufe
- Taufe als Bibelforscher 1921
Biographische Orte
Die Karte zeigt Orte, die mit der Person dieses Beitrages verknüpft sind.
Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus
- Anna Wohler (Schwester)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Kommunismus
- Anna Wohler (Schwester)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Vor und nach 1933 war Wilhelm Wohler Leiter der Wismarer Zeugen Jehovas. Auch nach dem Verbot organisierte er die Zusammenkünften und den Missionsdienst und kümmerte sich um Beschaffung und Verteilung von religiöser Literatur. Er hielt Kontakt zu reisenden Vertretern der IBV und zu den umliegenden Gemeinden in Schwerin und Grevesmühlen.
Seine Verhaftung erfolgte am 31. August 1936. Am 9. September 1936 erfolgte die Überführung in die Haftanstalt Neustrelitz-Strelitz. Am 3. Februar 1937 tagte im Wismarer Amtsgericht das Schweriner Sondergericht gegen ihn und sieben weitere Angeklagte. Der Zeuge Jehovas wurde zu zwei Jahren Gefängnishaft verurteilt.
Wilhelm Wohler hatte eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte und das Erbgesundheitsgericht Neustrelitz beschloss aufgrund des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ am 6. Juli 1937 seine Zwangssterilisierung. Am 28. Mai 1938 wurde er von Neustrelitz-Strelitz in die Strafanstalt Dreibergen-Bützow überführt. Dort wurde wenige Tage vor dem Ende der Strafverbüßung die Zwangssterilisation durchgeführt. Nach der Entlassung am 3. November 1938 erfolgte die erneute „Inschutzhaftnahme“ und der Transport nach Neustrelitz-Strelitz und von dort am 6. November 1938 die Überführung in das KZ Sachsenhausen. Wilhelm Wohler verstarb am 5. April 1940 in Sachsenhausen.
Gedenkzeichen
In Bützow erinnert neben dem ehemaligen Standort des Frauengefängnisses im Krummen Haus seit 2003 die Ausstellung „Dokumentation zum politischen Missbrauch des Strafvollzuges“ auch an das Schicksal von Wilhelm Wohler.
Am 28. Juli 2009 wurde in Wismar, Poeler Straße 63, ein Stolperstein für Wilhelm Wohler verlegt. (Bersch: Stolpersteine Wismar, S. 103, 107.)