Heinrich Heerde
- Vorname(n)
- Heinrich
- Nachname
- Heerde
- Geburtsdatum
- 24. Juni 1894
- Geburtsort
- Tønder (Nord-Schleswig, seit 1918 Dänemark)
- Beruf
- Schlosser
- Erstkontakt und/oder Taufe
- 1926 Beitritt zur IBV
Biographische Orte
Die Karte zeigt Orte, die mit der Person dieses Beitrages verknüpft sind.
Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus
- Frau Heerde (Ehefrau)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Heinrich Heerde wirkte nach dem Verbot 1933 weiter als Gruppenleiter in Stralsund und verbreitete mit seiner Ehefrau illegale Schriften. Er wurde am 23. September 1936 auf seiner Arbeitsstelle, der Reichsbahn Stralsund, durch die Gestapo Stettin verhaftet. Vom 23. September 1936 bis 20. November 1936 befand er sich im Polizeipräsidium Stettin in Schutzhaft und vom 19. Dezember 1936 bis zum 11. März 1937 im Gerichtsgefängnis Stettin in Untersuchungshaft. Vom Sondergericht Stettin wurde er am 11. März 1937 zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt, wobei die Schutz- und Untersuchungshaftzeiten nicht angerechnet wurden. Heerde verbüßte die Haftstrafe vom 11. März 1937 bis 22. Juni 1937 im Gefängnis Gollnow. Am 12. Dezember 1936 wurde er von der Deutschen Reichsbahn wegen „staatsfeindlicher Betätigung“ entlassen.
Am 12. Dezember 1936 wurde er von der Deutschen Reichsbahn wegen „staatsfeindlicher Betätigung“ entlassen.
Heerde sollte im Oktober 1944 zum Volkssturm rekrutiert werden, nahm an der Vereidigung aber nicht teil und blieb dem Dienst aufgrund von „Krankheit“ fern. Der mehrfachen Aufforderung, sich im April 1945 der Gaukampftruppe Pasewalk anzuschließen, kam Heerde nicht nach. Eine Bestrafung blieb aufgrund des Kriegsendes aus.
(LAGw Rep. 200/9.2.1 Nr. 949, Bl. 3 f., Fragebogen 6.7.1950; Bl. 13 f., Fragebogen 1.9.1946; Bl. 16, Lebenslauf 1.9.1946.)
Widerstand und Verfolgung im Kommunismus
Heerde war 1946 der verantwortliche Gruppendiener für Stralsund. (JZArchZE, Verzeichnis der Ortsgruppen der Zeugen Jehovas [Bibelforscher] in der sowjet-russischen Besatzungszone Deutschlands vom 1.4.1946.)
Am 8. August 1950 wurde durch den VdN-Prüfungsausschuss Stralsund die Aberkennung als VdN ausgesprochen. In der Begründung wurde neben einer zu kurzen Haftzeit auch seine Zugehörigkeit zu den Bibelforschern angeführt. Aus dem Schriftwechsel mit der Landesregierung geht hervor, dass Heerde auch 1952 aktiv als Zeuge Jehovas in Stralsund wirkte und unter Beobachtung stand. (LAGw Rep. 200/9.2.1 Nr. 949, Bl. 1, Schreiben Rat des Kreises Stralsund, Abt. VdN, an die Landesregierung Mecklenburg, Abt. VdN, vom 7.3.1952.)