Stettin (Szczecin), Polizeigefängnis und Staatspolizeileitstelle
Adresse
Polizeipräsidium Stettin (ab 1905)
Staatspolizeileitstelle
Sitz des Sicherheitsdienstes
Stettin, Augustastraße 47, Pommern (heute: Małopolska 47, Szczecin/Polen)
Informationen zum Ort
1905 wurden die Bauarbeiten am neuen Polizeipräsidium in der Augustastraße 47 abgeschlossen.
Um 1905 erfolgte die Gründung einer Kriminalabteilung im Gebäude.
Zwischen 1933 und 1945 befanden sich im Gebäude auch der Sicherheitsdienst und die Staatspolizeileitstelle Stettin. Letztere war den Staatspolizeistellen Köslin (heute Koszalin/Polen) und Schneidemühl (heute Pila/Polen) übergeordnet.
Während der NS-Zeit waren zahlreiche Zeugen Jehovas in der Augustastraße 47 inhaftiert, so aus dem Raum Stettin nach einer Verhaftungsaktion Anfang 1937 über 45 Männer und Frauen. Viele Zeugen Jehovas wurden nach der Haftentlassung aus anderen Gefängnissen von hier in die Konzentrationslager überstellt.
Das Gebäude wurde während des Zweiten Weltkrieges zerstört.
Seit 1946 befanden sich im wiederaufgebauten Gebäude die Direktionen der Woiwodschaftsmiliz und des Woiwodschaftssicherheitsamtes.
(Łukasz, Marek: Das Polizeipräsidium Szczecin; JZArchZE, LB Erich Mundt.)
Widerstand und Selbstbehauptung im Nationalsozialismus
Anfang 1937 legte die Gestapo die „Funktionäre“ der Zeugen Jehovas in Einzelhaft und versuchte sie zu brechen, was nach eigenen Aussagen jedoch ohne Erfolg blieb. (BA R 22/4277, Bl. 149–186, Protokoll Besprechung mit Oberlandesgerichtspräsidenten und Generalstaatsanwälten im Reichsjustizministerium vom 18.6.1937.)
Martha Knie und andere Zeugen Jehovas wurden 1937 von der Gestapo gedrängt, eine Verpflichtungserklärung zu unterschreiben und damit ihrem Glauben abzuschwören. Martha Knie hatte Glück und kam trotz ihrer Weigerung, die Unterschrift zu leisten, am 19. April 1937 zur Entlassung. (Dirksen: Martha Knie, S. 64.)
Verfolgte Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus
Frauen
Anzahl nach aktuellem Forschungsstand: nicht bekannt
- Erna Gurr
- Martha Knie, geb. Hagemeister
- Elfriede Magdanz, geb. Panzenhagen
- Anna Münter
- Emilie Otto
- Ida Räse
Männer
Anzahl nach aktuellem Forschungsstand: nicht bekannt
- Heinrich Heerde
- Herbert Jahn
- Wilhelm Kienass
- Johann Knie
- Gustav Magdanz
- Wilhelm Malzahn
- Bruno Scheide
- Emil Schulz
- Paul Skalska