Minna Mühlhausen, geb. Kraft
- Vorname(n)
- Minna
- Geburtsname
- Kraft
- Nachname
- Mühlhausen
- Geburtsdatum
- 20. März 1905
- Geburtsort
- Hannoversch Münden, Deutschland
- Todesdatum
- 25. Februar 1956
- Todesort
- Hannoversch Münden, Deutschland
- Erstkontakt und/oder Taufe
- Bekannte sich 1928 als Zeugin Jehovas
Biographische Orte
Die Karte zeigt Orte, die mit der Person dieses Beitrages verknüpft sind.
Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus
- Heinrich Mühlhausen (Ehemann)
- Christa Mühlhausen (Tochter)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Minna und Heinrich Mühlhausen heirateten am 13. Mai 1933 und bezogen eine Wohnung in Kassel. Durch die dortigen Kontakte zu anderen Bibelforschern der örtlichen Gemeinde gerieten beide frühzeitig in den Fokus der staatlichen Überwachung. Im Juli 1937 wurden ihre Namen in einer Erfassungsliste des Sicherheitsdienstes des SS-Oberabschnitts Fulda-Werra geführt.
Am 14. Mai 1938 erfolgte nach einer Hausdurchsuchung die Festnahme des Ehepaares sowie deren Überstellung in das Landgerichtsgefängnis in Göttingen. Im Zuge der mehrstündigen nächtlichen Vernehmung setzten die Beamten Minna Mühlhausen psychisch unter Druck, unter anderem durch die Androhung, ihr das Sorgerecht für die 18 Monate alte Tochter Christa zu entziehen. Während Minna Mühlhausen am Folgetag plötzlich entlassen wurde, veranlasste die Dienststelle den Abtransport von Heinrich Mühlhausen ohne vorherige Kontaktmöglichkeit für die Eheleute. Über den Verbleib ihres Ehemannes erhielt Minna Mühlhausen ein halbes Jahr lang keine behördliche Auskunft. Sein Aufenthaltsort wurde ihr erst bekannt, als Heinrich Mühlhausen im KZ Buchenwald das Briefeschreiben erlaubt wurde.
Am 12. Juni 1940 wurde Minna Mühlhausen für eine erneute Vernehmung durch die Gestapo nach Göttingen gebracht, wobei der Ort der Befragung nicht sicher ausgemacht werden konnte. Die Beamten versuchten das Unterschreiben einer Verpflichtungserklärung zu erzwingen und wendeten dafür physische Gewalt in Form von Schlägen ins Gesicht an. Minna Mühlhausen verweigerte die Unterschrift trotz der Misshandlungen und der expliziten Androhung einer KZ-Deportation. In der Folge wurde der Ausschluss von Mutter und Tochter aus der NS-„Volksgemeinschaft“ mittels des lokalen Mitteilungsblattes in Benterode bekannt gemacht, was als öffentliche Stigmatisierung galt.
(NLA HA, Nds. 110 W, Acc. 22/99 Nr. 839, Bl. 5, Erlebnisbericht vom 10.2.1950.)