Heinrich Mühlhausen
Dieser Beitrag wird noch bearbeitet.
Die Angaben sind noch unvollständig und werden ergänzt.
- Vorname(n)
- Heinrich
- Nachname
- Mühlhausen
- Geburtsdatum
- 13. Mai 1905
- Geburtsort
- Benterode (seit 1973 Ortsteil der Gemeinde Staufenberg), Deutschland
- Todesdatum
- 27. Oktober 1974
- Todesort
- Benterode (seit 1973 Ortsteil der Gemeinde Staufenberg), Deutschland
- Beruf
- Polizeiwachtmeister
- Erstkontakt und/oder Taufe
- Erstkontakt Ende der 1920er Jahre, 1931 überzeugt von der Lehre der Bibelforscher, Beitritt durch Taufe 1945
Biographische Orte
Die Karte zeigt Orte, die mit der Person dieses Beitrages verknüpft sind.
Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus
- Minna Mühlhausen, geb. Kraft (Ehefrau)
- Christa Mühlhausen (Tochter)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Heinrich Mühlhausen hatte sich Anfang der 1930er Jahre zum Glauben der Bibelforscher bekannt und sich öffentlich für seine Überzeugung eingesetzt. Für ihn kamen der Hitlergruß und der Dienst an der Waffe nicht mehr in Frage. Somit wurde er am 1. April 1934 als Polizei-Hauptwachtmeister bei der Schutzpolizei entlassen und musste fortan Gelegenheitsarbeiten annehmen.
Sein enger Kontakt zu anderen Bibelforschern der Kasseler Gemeinde ließen ihn und seine Ehefrau Minna Mühlhausen in das Visier der Gestapo geraten. Sie standen fortan unter Beobachtung und wurden in der Liste des Sicherheitsdienstes des SS-Oberabschnitts Fulda-Werra vom Juli 1937 mit aufgeführt.
Im Zuge einer Hausdurchsuchung nahm die Gestapo Heinrich Mühlhausen am 14. Mai 1938 fest und brachte ihn in das Landgerichtsgefängnis in Göttingen. Drei Tage später erfolgte die Übergabe an die Gestapo Hildesheim, die Heinrich Mühlhausen am 19. Mai 1938 in das KZ Buchenwald einwies. Eine Gerichtsverhandlung blieb aus.
Im KZ Buchenwald wurde Heinrich Mühlhausen anfangs der Strafkompanie zugewiesen. Die körperlich zermürbende Arbeit im Steinbruch sowie unzureichende Ernährung führten nach zwei Monaten zu einem Zusammenbruch. Es folgte eine Arbeitszuteilung im Häftlingsmagazin und ab Anfang 1944 im Arbeitskommando 25a.
Ein lila Winkel auf seiner Kleidung kennzeichnete ihn als Häftling in der Gruppe der Bibelforscher. Von seiner Überzeugung wich Heinrich Mühlhausen nicht ab. Ein Vermerk der Kommandantur des Konzentrationslagers Buchenwald aus dem Jahre 1942 bestätigte dies: „Der Schutzhäftling ist nach wie vor hartnäckiger Bibelforscher und weigert sich, von der Irrlehre der Bibelforscher abzulassen“.
Nach Befreiung des Konzentrationslagers durch die US-Armee konnte Heinrich Mühlhausen am 6. Mai 1945 nach Hause zurückkehren. Am 25. November 1945 ließ er sich seiner Überzeugung entsprechend offiziell als Zeuge Jehovas taufen.
Gedenkzeichen
Am 3. Februar 2025 wurde in Gedenken an Heinrich Mühlhausen ein Stolperstein vor seinem letzten Wohnort in Staufenberg-Benterode, Am Ring 8 verlegt. (Lüdtke: Heinrich Mühlhausen.)