Karl Noske
- Vorname(n)
- Karl
- Nachname
- Noske
- Geburtsdatum
- 31. März 1900
- Geburtsort
- Guhrau, Schlesien (heute Góra/Polen)
- Todesdatum
- 26. Januar 1973
- Todesort
- Dillenburg, Deutschland
- Beruf
- Tapezierer, Polsterer
- Erstkontakt und/oder Taufe
- Erstkontakt mit den Bibelforschern Mitte der 1920er Jahre, Taufe 1936
Biographische Orte
Die Karte zeigt Orte, die mit der Person dieses Beitrages verknüpft sind.
Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Kommunismus
- Anna Noske (Ehefrau)
- Alfred Noske (Sohn)
- Hans Noske (Sohn)
- Inge Noske (Schwiegertochter)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Noch vor seiner Taufe als Zeuge Jehovas verweigerte Karl Noske an seinem Arbeitsplatz in der Firma Linke-Hofmann-Busch-Werke AG in Breslau den Hitlergruß. Als Folge wurde er am 27. April 1935 nach zehnjähriger Betriebszugehörigkeit entlassen. Nach seiner Taufe am 15. November 1936 beteiligte er sich am Versenden von Paketen mit religiöser Literatur, die aus einem geheimen Literaturlager stammten. Auch fertigte er mit einem Vervielfältigungsapparat mittels Matrizen Exemplare der verbotenen Zeitschrift „Der Wachtturm“ an.
Am 8. Mai 1937 wurde Karl Noske verhaftet und am 14. Juli 1937 in Breslau zu 27 Monaten Haft verurteilt, die er zunächst in Breslau und ab Jahresende im Straflager V Neusustrum im Emsland verbrachte. Dort mussten die Häftlinge unter primitiven Verhältnissen das Moor entwässern und Torf stechen. Im Lager gelangte er heimlich an eine Bibel. Frühere Nachbarn reichten eine Petition für seine Freilassung ein. Daraufhin bot man ihm die Freilassung an, wenn er sich schriftlich von seinem Glauben lossage. Da er dies ablehnte, wurde er am 7. Oktober 1939 in das KZ Buchenwald überführt.
Nach drei Monaten in der Strafkompanie musste Karl Noske im KZ Buchenwald im Steinbruch Schwerstarbeit leisten und im Laufschritt Steine schleppen. Am 26. Februar 1941 erhielt er eine neue Arbeitszuteilung in der SS-Unterkunft, von wo er am 24. Mai 1941 in die SS-Schuhmacherei versetzt wurde. Am 26. März 1944 wurde er schließlich in den Block 42 verlegt, in dem sich viele seiner Glaubensbrüder befanden. Die Zeugen Jehovas stärkten sich dort heimlich durch biblische Vorträge, die Karl Noske mitstenografierte. Nach der Befreiung des KZ Buchenwald durch amerikanische Truppen wurde er am 6. Mai 1945 entlassen.
(Krüger: Eine Bibel, S. 46 f.)
Widerstand und Verfolgung im Kommunismus
Nach seiner Befreiung aus dem KZ Buchenwald lebte Karl Noske mit seiner Familie zunächst in Weimar und war Gruppendiener der dortigen Zeugen Jehovas. 1946 begann er als Kreisaufseher verschiedene Gemeinden der Zeugen Jehovas zu besuchen. Durch den häufigen Wohnsitzwechsel entging er nach dem Verbot der Religionsgemeinschaft in der DDR einer geplanten Verhaftung durch die Staatssicherheit, die 1950 seinen Sohn Hans Noske verhaftete. Karl Noske floh daraufhin, als Gärtner getarnt, mit seiner Frau nach West-Berlin und zog 1951 auf Einladung seines Freundes Friedrich Brosius, den er in Buchenwald kennen gelernt hatte, nach Wermelskirchen. (Krüger: Eine Bibel, S. 47; JZArchZE, Verzeichnis der Ortsgruppen der Zeugen Jehovas in der sowjet-russischen Besatzungszone Deutschlands vom 1.4.1946.)
Gedenkzeichen
Am 25. Oktober 2022 wurde im Beisein von Bürgermeisterin Marion Lück ein Stolperstein für Karl Noske in Wermelskirchen, Im Wolfhagen 24 verlegt. Hier hatte er bis drei Monate vor seinem Tod gelebt. (Bergische Morgenpost, Ausgabe Wermelskirchen, 27.10.2022, S. C2)