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Regina Schneider, geb. Teßmer

Vorname(n)
Regina
Geburtsname
Teßmer
Nachname
Schneider
Geburtsdatum
6. April 1910
Geburtsort
Wasserburg am Inn, Deutschland

Biographische Orte

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Wohnort(e)

Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus

Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus

Regina Schneider war mit dem Musiker Ernst Schneider verheiratet. Das Ehepaar bekannte sich trotz Verbot ab 1933 weiter zu den Glaubensprinzipien der Religionsgemeinschaft. Dazu gehören die Gleichheit aller Menschen, politische Neutralität sowie das christliche Gebot der Nächstenliebe. Ihr Ehemann war in der Spielzeit 1937/38 im Städtischen Orchester der Stadt Düsseldorf als Fagottist beschäftigt. Vier seiner Kollegen denunzierten ihn 1938, da er „sich weigere, den deutschen Gruss zu grüssen“ und es „nicht für nötig [halte], bei den Deutschen Nationalhymnen sich vom Platze zu erheben“ – so vermerkt in der Gestapoakte zu Ernst Schneider.

Er verlor seine Anstellung und verdiente den Lebensunterhalt für seine Frau und sich als Maschinen- und Bauhilfsarbeiter. Als er sich 1939 weigerte, der DAF beizutreten, wurde er verhaftet und kam ohne vorherige Gerichtsverhandlung in das KZ Sachsenhausen.

Ganz auf sich allein gestellt, hielt Regina Schneider weiter Kontakt zu ihren Mitgläubigen. 1940 geriet sie selbst ins Visier der Gestapo Düsseldorf. Sie hielt sich zu dieser Zeit in Hamm, in der Moltkestraße 14, auf. Ein Brief an die Mitgläubige Else Gehlen war abgefangen und überprüft worden, enthielt aber keine auswertbaren, relevanten Informationen zu Widerstandsaktivitäten von Zeugen Jehovas. Die Gestapo verhängte für drei Monate verschärfte Postüberwachung, konnte jedoch keine Auffälligkeiten feststellen.

Im Januar 1944 überprüfte die Gestapo Regina Schneider erneut. Sie hatte ihre Schwester Elisabeth Schürmann in ihrer Drei-Zimmer-Wohnung in der Belsenstraße 21 in Düsseldorf-Oberkassel aufgenommen. Deren Mann, Wilhelm Schürmann, war seit 1936 in Gefängnissen und KZ gefangen.

Zu den umfangreichen Repressalien gegen Jehovas Zeugen gehörten der völlige Ausschluss aus dem gesellschaftlichen Leben, wie die Entlassung von Beamten, Berufsverbote für Künstler oder der Ausschluss aus der Arbeitsvermittlung ebenso wie aus Kranken- oder Arbeitslosenversicherungen. Eine langjährige Freundin der Familie erzählte: „Im Fall einer Krankheit konnte Elisabeth [Schürmann] ja nicht zum Arzt. Deshalb gab ihre Schwester [Regina Schneider] ihr den eigenen Krankenschein, so dass sie unter dem Namen ‚Frau Schneider‘ einen Arzt aufsuchte. So half man sich gegenseitig.“

Die Gestapo Düsseldorf, die wegen Bombardierungen zu dieser Zeit bereits nach Ratingen ausgelagert worden war, berichtete am 13. Januar 1944 an die Kriminalpolizeistelle Düsseldorf: „Wenn die Ehefrau Schneider in letzter Zeit auch nach aussen hin nicht mehr in Erscheinung getreten ist, so ist sie doch zweifellos innerlich noch stark mit der Lehre der IBV verbunden.“

(LAV NRW R, Gestapoakte RW 58, 16510, 55199; Privatarchiv Sandra Breedlove, Interview mit Edith Kästle am 30.6.2021.)

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