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Elfriede Gollsch

Vorname(n)
Elfriede
Nachname
Gollsch
Geburtsdatum
16. November 1894
Geburtsort
Altona (heute Stadtbezirk Hamburg-Altona), Deutschland
Todesdatum
23. April 1992
Todesort
Delmenhorst, Deutschland
Beruf
Buchhalterin
Erstkontakt und/oder Taufe
1924 als Bibelforscherin getauft

Biographische Orte

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Wohnort(e)

Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus

Elfriede Gollsch war vor 1933 hauptamtlich als Predigerin der Zeugen Jehovas tätig. Sie wohnte in Delmenhorst im Haus der Familie Telkamp, die ebenfalls Zeugen Jehovas waren. Ab 1933 kam es dort zu Hausdurchsuchungen, da die Gestapo Elfriede Gollsch als führendes Mitglied der Glaubensbewegung betrachtete. Es kam zur Beschlagnahmung des im Haus vorhandenen Bücherlagers, das aus tausenden von Schriften bestand, welche durch Kuriere aus Oldenburg nach Delmenhorst gelangten. Im Keller des Hauses fanden auch die Zusammenkünfte der Delmenhorster Zeugen Jehovas statt und Elfriede Gollsch vervielfältigte mit einer Schreibmaschine Artikel des Wachtturms. Ab Januar 1934 wurde sie vom Arbeitsamt nicht mehr vermittelt, da sie eine Zeugin Jehovas war. Die Gestapo belästigte sie auf offener Straße.

Eine junge Frau vor einem Fahrrad, an dessen Gepäckträger Werbung für die Zeitschrift "Das Goldene Zeitalter" gemacht wird.
Elfriede Gollsch, Anfang der 1930er Jahre im Missionsdienst (UaP).

Elfriede Gollsch wurde am 2. September 1936, u.a. wegen Vervielfältigung religiöser Schriften, verhaftet und blieb ein Jahr ohne Anklage im Gefängnis Delmenhorst. Sie musste stundenlange Verhöre unter Androhungen von Schlägen über sich ergehen lassen. Am 11. Juni 1937 wurde sie in einer schlechten gesundheitlichen Verfassung entlassen. Die Gestapo hatte die Familie Telkamp unter Druck gesetzt, sie nicht mehr bei sich aufzunehmen, was diese ignorierte. Die arbeitsunfähige Haftentlassene kam dort wieder zu Kräften. Sie stand unter Überwachung der Gestapo, ging aber weiterhin heimlich ihren religiösen Aktivitäten nach und übernahm die Führung der Gemeinde.

Am 22. Juni 1941 wurde Elfriede Gollsch nach einer Hausdurchsuchung - sie wohnte inzwischen in einer eigenen Wohnung im Hasporter Damm 114 in Delmenhorst - von der Gestapo mitgenommen und nach stundenlangem Verhör ins Gefängnis gesteckt. Nach weiteren Vernehmungen kam sie auf Transport und durchlebte bis 1945 die Haftorte:

  • 24. August 1941 bis 14. November 1941 Vechta,

  • 14. November bis 12. Dezember 1941 Hamburg (Haftort nicht bekannt),

  • 12. und 13. Dezember 1941 Neubrandenburg (wahrscheinlich im Polizeirevier),

  • ab dem 13. Dezember 1941 Ravensbrück.

Im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück kam sie am 15. April 1944 in den Arrest und am 23. Juni 1944 in den Strafblock. Elfriede Gollsch wurde am 30. April 1945 durch die Rote Armee befreit, konnte das Lager aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustandes aber erst am 21. Juni 1945 verlassen. Nach der Entlassung war sie arbeitsunfähig.

(Heuzeroth/Wille: Die unter dem lila Winkel litten; Grundmann-Lange/Schiffer: Jehovas Zeugen in Delmenhorst.)

Gedenkzeichen

Seit 2011 erinnert in Delmenhorst der Elfriede-Gollsch-Weg an die im Nationalsozialismus verfolgte Zeugin Jehovas. (Delmenhorster Kreisblatt, 20.1.2010, S. 1)

Im Zweigbüro Zentraleuropa von Jehovas Zeugen in Selters (Taunus) erinnerte in der Dauerausstellung „Kennst du Jehovas Volk in Zentraleuropa?“ eine Tafel auch an Leben und Wirken von Elfriede Gollsch.

Externe Medien

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