Richard Henning
Dieser Beitrag wird noch bearbeitet.
Die Angaben sind noch unvollständig und werden ergänzt.
- Vorname(n)
- Richard
- Nachname
- Henning
- Geburtsdatum
- 26. August 1895
- Geburtsort
- Kolberg, Pommern (heute Kołobrzeg/Polen)
- Todesdatum
- 25. Januar 1946
- Todesort
- Kassel, Deutschland
- Verfolgungsbedingte Todesart
- An Haftfolgen verstorben
- Beruf
- Maurer
- Erstkontakt und/oder Taufe
- Anfang der 1930er Taufe als Bibelforscher
Biographische Orte
Die Karte zeigt Orte, die mit der Person dieses Beitrages verknüpft sind.
Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus
- Anna Henning, geb. Reuter (Ehefrau)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Richard Henning war seit Anfang der 1930er Jahre ein aktives Mitglied der Bibelforscher Gemeinde in Kassel. Am 13. Dezember 1936 – einen Tag nach einer reichsweiten Protest-Flugblatt-Aktion der Glaubensgemeinschaft – wurde er in seiner Wohnung verhaftet und wegen Vorbereitung zum Hochverrat angeklagt.
Das Sondergericht des OLG Kassel sprach Richard Henning am 5. Mai 1937 schuldig und verurteilte ihn zu knapp zwei Jahren Haft. Zuvor hatte man ihn bis zum 22. Dezember 1936 im Polizeigefängnis Königstor inhaftiert, im Anschluss daran im Untersuchungsgefängnis Elwe und ab dem 8. Februar 1937 in der Strafanstalt Wehlheiden. Am 12. Mai 1937 wurde Richard Henning in das Gefängnis nach Hannover gebracht und kaum zweieinhalb Wochen später nach Berlin-Plötzensee überstellt. Die Entlassung aus dem Gestapo-Gefängnis Berlin erfolgte am 9. März 1939.
Schläge, Tritte und Mangelernährung in den Gefängnissen hinterließen Spuren. Die Haft habe Richard Henning zu einem „kranken Mann“ gemacht, berichtete später sein Hausarzt Dr. Hans von Hagen. Eine im Ersten Weltkrieg zugezogene Verletzung am Arm verschlimmerte sich während der Haftzeit deutlich. Dr. von Hagen attestierte Richard Henning während der Haftzeit hinzugekommene Krankheiten, wie Ohnmachten und epileptische Anfälle sowie ernste Herz- und Leberleiden, die vor der Haft nicht aufgetreten waren und die schließlich zu seinem Tod führten. Am 25. Januar 1946 erlag Richard Henning seinen Leiden.
(Kuffner/Piotrowsky/Klosse/Jackson/Wolski/Finck/Siegner: Richard Henning.)
Gedenkzeichen
Am 2. Juli 2025 wurde in Kassel für Richard Henning ein Stolperstein vor dem Haus in der Ludwig-von-Wildungen-Straße 26 verlegt. (Kuffner/Piotrowsky/Klosse/Jackson/Wolski/Finck/Siegner: Richard Henning.)