Heinrich Landschneider
- Vorname(n)
- Heinrich
- Nachname
- Landschneider
- Geburtsdatum
- 27. Januar 1895
- Geburtsort
- Kassel, Deutschland
- Todesdatum
- 27. November 1941
- Todesort
- Sachsenhausen, Konzentrationslager
- Verfolgungsbedingte Todesart
- In der KZ-Haft verstorben
- Beruf
- Elektromonteur
Biographische Orte
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Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus
- Emma Landschneider, geb. Bodmann (Ehefrau)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Heinrich Landschneider zog 1925 in die Holländische Straße 51 (spätere Nr. 55) in Kassel. Seine erste Ehe wurde 1933 geschieden. Am 16. Februar 1935 heiratet er Emma Bodmann. Beide gehörten der Kasseler Gemeinde der Zeugen Jehovas an.
Am 12. Dezember 1936 beteiligte sich das Ehepaar an einer Protestaktion. Im Schutz der Dunkelheit zwischen 17 und 19 Uhr verteilten sie Flugblätter, die den vollen Wortlaut der „Luzerner Resolution“ enthielten. Schon eine Stunde nach Beginn der Aktion begannen Polizei, SA und SS in Kassel die Jagd auf die Beteiligten. Heinrich Landschneider wurde am 15. Dezember 1936 in seiner Wohnung verhaftet. Er blieb bis zur Gerichtsverhandlung im Mai 1937 in Kassel in Untersuchungshaft und wurde am 12. Mai 1937 vom Sondergericht des Oberlandesgerichtsbezirks Kassel wegen „Hochverrat und staatsfeindlicher und zersetzender Betätigung“ zu drei Jahren und sechs Monaten Gefängnishaft verurteilt. Im Protokoll zur Urteilsbegründung wurde darauf verwiesen, dass Heinrich Landschneider keine Bereitschaft zeigte, seine Überzeugung aufzugeben. Ebenso wurde dokumentiert, dass er den Dienst mit der Waffe und den „Deutschen Gruß“ ablehnte. Handschriftlich wurde ergänzt, dass er an exponierter Stelle aktiv gewesen sei.
Am 19. Mai 1937 kam Heinrich Landschneider in das Gefängnis Hannover. Im KZ Sachsenhausen wurde er am 14. November 1940 als Zugang registriert und er erhielt die Häftlingsnummer 34.171. Die dortigen Akten offenbaren, dass er mehrfach im sogenannten Krankenrevier war. Seine Schwester Sophie Matthiensen, die zu jener Zeit in Berlin lebte, und die eine Erlaubnis erhielt, ihren Bruder zu besuchen, beschrieb seinen Gesundheitszustand als extrem bedenklich und zusehends verschlechternd. Sophie Matthiensen beschrieb ihn als einen Mann, der „tapfer seinen Weg gegangen" ist. Es blieb ihr allerdings auch nicht verborgen, dass ihr Bruder furchtbar misshandelt wurde. Nach einem Jahr in Sachsenhausen verstarb Heinrich Landschneider am 27. November 1941 – nach offizieller Lesart – an den Folgen „chronischen Fleckfiebers“ und an „Herz- und Kreislaufschwäche“. Er wurde 46 Jahre alt.
Gedenkzeichen
Auf der Titelseite der Erstausgabe der Kasseler Zeitung „Hessische Nachrichten“ vom 26. September 1945 wurde unter der Überschrift „Ihnen die Lorbeeren, uns die Verpflichtung“ stellvertretend 18 kurhessischen Bürgern gedacht, die durch das NS-Regime ums Leben kamen. Dazu gehörte Heinrich Landschneider.
Am 22. Juli 2016 wurden in Kassel, Holländische Straße 55, für Heinrich und Emma Landschneider Stolpersteine verlegt. (Hein: Den Hitlergruß verweigerte er.)