Schwerin, Gerichts- und Gefängniskomplex Demmlerplatz
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Adresse
Gerichts- und Gefängniskomplex Demmlerplatz in Schwerin
Schwerin, Demmlerplatz 1-2, Deutschland
Informationen zum Ort
Der Gerichts- und Gefängniskomplex am Schweriner Demmlerplatz wurde im Deutschen Kaiserreich errichtet und nach seiner Fertigstellung im Herbst 1916 an die Justiz übergeben. Er diente der ordentlichen Gerichtsbarkeit: zunächst der kaiserlichen Justiz, später der Justiz der ersten deutschen Republik.
Mit Machtantritt der Nationalsozialisten richteten diese bereits im Frühjahr 1933 ein NS-Sondergericht ein, welches sogenannte „Heimtückefälle“ bearbeitete. Daneben existierte in dem Gebäude mit dem „Erbgesundheitsgericht“ ein weiteres Spezialgericht.
Im Juli 1945 zog die Rote Armee in Schwerin und in das Gebäude am Demmlerplatz ein und installierte an diesem Ort ein sowjetisches Militärtribunal. in Verantwortung des Volkskommissariats für Innere Angelegenheiten der Sowjetunion (NKWD) - kurz der sowjetische Geheimpolizei - lag der Betrieb des zeitweise völlig überbelegten Gefängnisses.
1954 wurde die Bezirksverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit Hausherrin. Das Hafthaus wurde zu einem Untersuchungsgefängnis der DDR-Geheimpolizei. Zeitweise gab es auch parallele Strukturen: sowohl sowjetische als auch deutsche.
Das Schweriner Hafthaus verfügt über 90 Zellen die ursprünglich für jeweils zwei Personen ausgelegt waren. Diese Zahl wurde in der Nachkriegszeit um ein Vielfaches überschritten. Sanitäre Einrichtungen akmen erst in den 1970er Jahren in die Zellen.
Vom Stasi-Untersuchungsgefängnis räumlich streng getrennt war die heute als Ausstellungs- und Seminarraum genutzte Wäscherei. In dieser waren Strafgefangene aus dem nahegelegenen Gefängnis Bützow-Dreibergen tätig.
Der gesamte Baukomplex wurde nach der Auflösung des Amtes für Nationale Sicherheit (Nachfolgeinstitution des MfS) wieder der Justiz und dem Rechtsstaat übergeben.
Verfolgte Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus
Frauen
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Gedenkzeichen
1998 beschloss die damalige Landesregierung, in der ehemaligen MfS-Untersuchungshaftanstalt einen Gedenkort zu etablieren. Als Einrichtung der Landeszentrale für politische Bildung wurde am 6. Juni 2001 in einem Teil des Hafthauses das Dokumentationszentrum des Landes für die Opfer der Diktaturen in Deutschland eröffnet. Der historische Ort blieb dabei weitgehend erhalten. Kernstück des Dokumentationszentrums ist eine zeitlich und räumlich dreigeteilte Dauerausstellung. (Glüer: Demmlerplatz Schwerin)