Heinrich Woest
- Vorname(n)
- Heinrich
- Nachname
- Woest
- Geburtsdatum
- 7. Juni 1886
- Geburtsort
- Wismar, Deutschland
- Todesdatum
- 8. Februar 1939
- Todesort
- Sachsenhausen, Konzentrationslager
- Verfolgungsbedingte Todesart
- Im Konzentrationslager ums Leben gekommen
- Beruf
- Schuhmacher
- Erstkontakt und/oder Taufe
- Taufe als Bibelforscher um 1921
Biographische Orte
Die Karte zeigt Orte, die mit der Person dieses Beitrages verknüpft sind.
Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Heinrich Woest war nach 1933 einer der verantwortlichen Leiter der Wismarer Zeugen Jehovas. Er organisierte die Teilnahme der Wismarer Zeugen Jehovas an der weltweiten Protestzusammenkunft am 7. Oktober 1934 und veranlasste die Absendung eines Protestschreibens an die Hitlerregierung. Aus diesem Grund erfolgte am 12. Februar 1935 seine „Inschutzhaftnahme“ und am 13. Mai 1935 im Schweriner Justizgebäude am Demmlerplatz seine Verurteilung durch das Schweriner Sondergericht zu einer viermonatigen Gefängnisstrafe.
Nach der Entlassung aus der Strafanstalt Dreibergen-Bützow am 13. Juni 1935 setzte sich Heinrich Woest weiter für seinen Glauben ein, traf sich mit reisenden Vertretern der IBV, führte religiöse Zusammenkünfte durch und beschaffte sich die verbotene Literatur der Glaubensgemeinschaft.
Anfang September 1936 erfolgte seine zweite Verhaftung. Einen Großteil der „Schutzhaft" verbüßte er in der Haftanstalt Neustrelitz-Strelitz. Am 3. Februar 1937 tagte im Wismarer Amtsgericht das Schweriner Sondergerichts gegen ihn und sieben weitere Angeklagte. Er wurde zu zwei Jahren Gefängnishaft verurteilt. Am 28. Mai 1938 erfolgte die Überführung von Neustrelitz-Strelitz nach Dreibergen-Bützow. Nach Verbüßung der Haftstrafe Anfang Oktober 1938 erfolgte dann der Rücktransport nach Neustrelitz-Strelitz, von dort am 6. November 1938 die Überführung in das KZ Sachsenhausen. Heinrich Woest verstarb dort am 8. Februar 1939.
(Bersch: Protestaktion, S. 13 f.; Bersch: Stolpersteine Wismar, S. 99 ff.)
Gedenkzeichen
Am 15. Juli 2008 wurde in Wismar, St.-Georgen-Kirchhof 13, ein Stolperstein für Heinrich Woest verlegt. (Bersch: Stolpersteine Wismar, S. 99.)