Reichenbach (Lautertal), Rathaus
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Adresse
Rathaus der Gemeinde Lautertal (Odenwald)
Lautertal (Odenwald)-Reichenbach, Nibelungenstraße 280, Deutschland
Gedenkzeichen
Am 21. Juni 2013 wurde in Lautertal-Reichenbach ein Denkmal zu Ehren von Max Liebster offiziell eingeweiht. Der gebürtige Jude und Ehrenbürger der Gemeinde hatte die NS-Konzentrationslagern überlebt und sich dort den Zeugen Jehovas angeschlossen.
Das Gelände, auf dem früher das Wohnhaus der Familie Liebster stand, gehört heute der Sparkasse, die den Platz vor ihrem Neubau für das Denkmal zur Verfügung stellte. Es besteht aus verschieden großen Granitstelen, an einigen sind Bronzeplatten angebracht mit Sätzen, die zum Nachdenken anregen sollen. Auf der höchsten Granitstele stehen zwei bronzene Figuren des Künstlers Klaus Weber. Sie gehen aufeinander zu und strecken jeweils ihre rechte Hand zum Gruß dem anderen entgegen. Die linken Arme der Figuren zeigen Richtung Himmel.
Bei der Einweihung des Max-Liebster-Denkmals waren sich die Initiatoren sicher, dass es nicht zu Vandalismus kommen würde. Die Erwartungen erfüllten sich nicht. Bis Anfang 2021 wurden vor allem die Bronzefiguren des Denkmals Opfer brachialer Attacken. Sie wurden mehrfach abgebrochen oder abgesägt und neben das Denkmal geworfen. Die Gemeinde Lautertal und die Arnold-Liebster-Stiftung veranlassten die Reparatur der Figuren. Doch das Denkmal wurde weiterhin regelmäßig attackiert und geschändet.
Bei der Gemeindeverwaltung war man schließlich sicher, dass es sich um gezielte Attacken gegen ein kritisch erinnerndes Mahnmal handelt. Ein Gemeindevertreter erklärte: „Ringsum gibt es keine solchen Beschädigungen an Häusern oder sonstigen Denkmälern. Die Gewalt ist konkret und spezifisch ausgerichtet. Insofern entsteht der Eindruck von politisch motivierten Attacken.“
Im Februar 2021 zog die Gemeindeverwaltung Konsequenzen aus den Schändungen der Erinnerungsstätte und beschloss, dass Teile des Denkmals im Rathaus der Gemeinde einen neuen Platz finden sollten. Im Januar 2023 wurden die beiden Bronzefiguren mit zwei gravierten Edelstahlbändern als Projekt „Denkmal 2.0“ in einen öffentlichen und hellen, aber dennoch geschützten Raum im Rathausfoyer der Gemeinde verlagert. Die Stelen am bisherigen Standort gegenüber der Reichenbacher Felsenmeerschule existieren weiterhin.
(Haas: Denkmal eingeweiht; Watch Tower Society: Denkmal enthüllt; Bergsträßer Anzeiger, 30.1.2021; 16.2.2021. Tritsch: Denkmal für Max Liebster.)