Max Liebster
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- Vorname(n)
- Max
- Nachname
- Liebster
- Geburtsdatum
- 15. Februar 1915
- Geburtsort
- Reichenbach (heute Ortsteil von Lautertal im Odenwald)
- Todesdatum
- 28. Mai 2008
- Todesort
- Aix-les-Bains, Frankreich
- Erstkontakt und/oder Taufe
- Schloss sich Jehovas Zeugen im Konzentrationslager an und ließ sich nach der Befreiung 1945 taufen
Biographische Orte
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Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus
- Adolphe Arnold (Schwiegervater)
- Emma Arnold (Schwiegermutter)
- Simone Arnold Liebster, geb. Arnold (Ehefrau)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Der gebürtige Jude Max Liebster wuchs in den 1930er Jahren in Reichenbach in der Nähe von Mannheim auf. Sein Vater war ein einfacher Schuster. Die Familie war nach 1933 aufgrund der NS-Propaganda verbalen und tätlichen Angriffe von Seiten der Nachbarn ausgesetzt. 1939 wurde Max Liebster von der Gestapo festgenommen und sein Eigentum wurde konfisziert.
Vom Januar 1940 bis Mai 1945 kämpfte er in fünf verschiedenen Konzentrationslagern ums Überleben: Sachsenhausen, Neuengamme, Auschwitz, Buna-Monowitz und Buchenwald. Auch seinen Vater Bernhard Liebster hatte man in das KZ Sachsenhausen gebracht, wo Max Liebster ihn kurz vor seinem Tod fand. Er selbst brachte den Leichnam zum Krematorium, wo Leichen zum Verbrennen aufgestapelt wurden. Acht seiner Familienangehörigen kamen in den Konzentrationslagern ums Leben.
In Neuengamme lernte Max Liebster Zeugen Jehovas kennen, die dort auch gefangen gehalten wurden. Er schloss sich ihnen an und ließ sich nach der Befreiung 1945 taufen. 1956 heiratete er Simone Arnold.
Gedenkzeichen
Am 21. Juni 2013 wurde in Lautertal-Reichenbach ein Denkmal zu Ehren des verstorbenen Max Liebster offiziell eingeweiht. Nach mehreren Schändungen fanden filigrane Teile des Denkmals 2023 im Rathaus Reichenbach einen neuen Standort. (Watch Tower Society: Denkmal enthüllt; Tritsch: Denkmal für Max Liebster.)
In der 2025 im Zweigbüro Zentraleuropa von Jehovas Zeugen in Selters (Taunus) eröffneten Ausstellung „Niemals allein“ wird auch die Geschichte von Max Liebster erzählt.
Besonderheiten
Ab 1994 waren Max Liebster und Simone Arnold Liebster als Zeitzeugen international unterwegs, um die Erinnerung an die Geschichte wach zu halten. Sie sprachen vor zahlreichen Zuhörerschaften an Schulen, Universitäten oder Museen – darunter mehrfach am United States Holocaust Memorial Museum in Washington – in über 60 Städten in Europa und den Vereinigten Staaten.
Im Jahr 2002 wurde von Max Liebster und Simone Arnold Liebster die Arnold-Liebster-Stiftung ins Leben gerufen, um nachfolgenden Generationen die Möglichkeit zu geben, aus der Geschichte Lehren zu ziehen. Als unpolitische, gemeinnützige Organisation ist die Stiftung bestrebt, die Erinnerung an die Opfer von Diktaturen und religiöser Verfolgung wachzuhalten. Um Frieden, Toleranz sowie die Wahrung der Menschenrechte, insbesondere religiöser Freiheit zu fördern, unterstützt die Stiftung Projekte zur Aufarbeitung der Geschichte und Bildungsprogramme.
Im Juni 2004 wurde Max Liebster zum Ehrenbürger der Gemeinde Reichenbach (Lautertal) ernannt.
Max Liebster und Simone Arnold Liebster schrieben jeweils ein Buch über ihre Erfahrungen. Die beiden Autobiographien sind wichtige Beiträge zur Erinnerungsliteratur über Verfolgung und Völkermord im Nationalsozialismus.
Simone Arnold Liebsters Buch „Allein vor dem Löwen. Ein kleines Mädchen widersteht dem NS-Regime“ wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Es ist ein bewegendes Zeugnis ihrer Verfolgung als Jugendliche und ihres Widerstands gegen die NS-Diktatur. Es gehört anerkannten Fachleute wie Sybil Milton, Hans Hesse oder Abraham J. Peck zufolge zu den eindrucksvollsten Erinnerungsbüchern über die NS-Verfolgung eines jungen Menschen. Das Buch und die Geschichte der jungen Simone werden auch in der pädagogischen Arbeit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin genutzt, die das Gedenken der Bundesrepublik Deutschland an den Holocaust koordiniert.
Die Erinnerungen von Max Liebster, „Hoffnungsstrahl im Nazisturm. Die Geschichte eines Holocaustüberlebenden“, wurden von dem Völkermordforscher John K. Roth oder den Historikern Henry Friedlander und Detlef Garbe als wichtiges Zeugnis des Holocaust gewürdigt. Auch dieses Buch wurde in mehrere Sprachen übersetzt.
(Liebster: Hoffnungsstrahl, S. 137, 138; Arnold-Liebster-Stiftung: Zeitungsartikel Ehrenbürgerschaft; https://alst.org/buecher/ [Zugriff am 11.6.2026].)