Bad Doberan, Salongebäude
Adresse
Rathaus und Amtsgericht mit Amtsgerichtsgefängnis
Bad Doberan, August-Bebel-Straße 3 (früher: Am Kamp), Deutschland
Informationen zum Ort
1801/02 Errichtung als Großherzogliches Salongebäude
1879 nach der Stadternennung Bad Doberans zum Rathaus und Amtsgericht umgebaut
Neben dem Amtsgericht befand sich ein als Amtsgerichtsgefängnis genutztes Fachwerkgebäude
am 2. Februar 1937 Verhandlungsort des Sondergerichts Schwerin gegen zwölf Zeugen Jehovas aus Bad Doberan, Rostock, Brunshaupten und Schwaan
ab 1952 Sitz des Rates des Kreises Bad Doberan
heute Verwaltungsgebäude für den Landkreis Rostock
Widerstand und Selbstbehauptung im Nationalsozialismus
Am 20. April 1938 ließ sich die im Amtsgerichtsgefängnis Bad Doberan inhaftierte Gesche Janssen im Amtsgericht vorführen und erklärte: „Am 28. d. Mt. wird meine Strafhaft verbüsst sein. Es ist mir aber nicht möglich, mich von den Ideen der ernsten Bibelforscher, welche ich übrigens nicht als Ideen, sondern als meinen tiefinnersten Glauben, auf den ich nach meinem Kirchenaustritt getauft bin, bezeichne, loszusagen. Von diesem Glauben an Gott (Jehova) trenne ich mich nicht. Wenn ich dies täte, würde ich anders handeln wie ich denke, und damit wäre ich eine Heuchlerin, und als solche möchte ich vor Gott nicht dastehen. Mir ist mitgeteilt, daß ich unter diesen Umständen wohl nicht in Freiheit gesetzt werde. Hiermit erkläre ich: Damit habe ich schon das ganze Jahr gerechnet. Jehova-Gott wird schon für unsere Freiheit sorgen.“ Gesche Janssen wurde daraufhin nicht entlassen, sondern erneut in Schutzhaft genommen. (LHAS 5.12-6/9, Nr. 8044.)