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Berlin-Kreuzberg, Konzentrationslager Columbia

Adresse

Militärstrafanstalt (vor 1933)
Gestapogefängnis (1933)
Konzentrationslager Columbia (1934–1936)

Berlin-Kreuzberg, Columbiadamm 68/Ecke Golßener Straße, Deutschland

Informationen zum Ort

Die ehemalige Militärstrafanstalt in der Berliner Columbiastraße mit 156 Zellen wurde seit Sommer 1933 von der Gestapo als Gefängnis für politische Häftlinge genutzt. 1934 fiel die Entscheidung, die Einrichtung als Konzentrationslager Columbia in das System der Konzentrationslager nach dem Vorbild von Dachau zu integrieren. Das KZ Columbia hatte 156 Einzelzellen, die oft mit drei bis fünf Personen völlig überfüllt waren und keinen Toiletteneimer hatten. Neben politischen Häftlingen wurden auch Zeugen Jehovas dort brutal gefoltert. Um Platz für den Neubau des Flughafens Berlin-Tempelhof zu schaffen, wurde das Konzentrationslager im November 1936 offiziell geschlossen und die meisten Häftlinge zuvor nach Oranienburg verlegt, um das dortige KZ Sachsenhausen mit aufzubauen. Karl Koch, der bisherige Lagerkommandant des KZ Columbia wurde Lagerkommandant des KZ Sachsenhausen. Das Columbiahaus wurde 1938 abgerissen. Insgesamt waren dort mehr als 8.000 Menschen inhaftiert, meist ca. 400 gleichzeitig. (Georg/Schilde/Tuchel: Warum schweigt die Welt.)

Verfolgte Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus

20

Männer

Anzahl nach aktuellem Forschungsstand

Gedenkzeichen

Seit 1994 befindet sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite des ehemaligen KZ Columbia ein Mahnmal aus Stahl, welches ein Haus mit Gefängniszellen darstellt.

Vier aufrecht stehende Stahlquader stellen ein offenes Haus dar, dass auf der Rückseite zur Straße hin durch eine weitere Stahlplatte geschlossen ist. In kurzer Distanz befindet sich eine weitere Stahlwand mit einer Inschrift.
Mahnmal KZ Columbia am Columbiadamm, nahe dem ehemaligen Flughafen Tempelhof, 2025 (Privatarchiv: T. Martin Krüger; Fotograf: T. Martin Krüger).
Stilisierte Giebelwand aus Stahl mit der Inschrift: „Erinnern / Gedenken / Mahnen / Das Columbia-Haus war ab 1933 Gefängnis und vom 8.1.1935 bis 5.1.1936 ein Konzentrationslager der nationalsozialistischen Machthaber. Hier wurden Menschen gefangengehalten, entwürdigt, gefoltert, gemordet.“
Inschrift am Mahnmal KZ Columbia, Aufnahme von 2025 (Privatarchiv: T. Martin Krüger, Fotograf: Martin Krüger).

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