Otto Kours
- Vorname(n)
- Otto
- Nachname
- Kours
- Geburtsdatum
- 1. Mai 1887
- Geburtsort
- Börßum, Deutschland
- Todesdatum
- 28. Januar 1940
- Todesort
- Sachsenhausen, Konzentrationslager
- Verfolgungsbedingte Todesart
- Im Konzentrationslager ums Leben gekommen
- Beruf
- Autoschlosser, Monteur
- Erstkontakt und/oder Taufe
- Seit 1921 Bibelforscher
Biographische Orte
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Wohnort(e)
Widerstand und Verfolgung von Familienangehörigen im Nationalsozialismus
- Frieda Kours, geb. Rosenbusch (Ehefrau)
- Gerhard Kours (Sohn)
Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus
Otto Kours übernahm von 1934 bis 1936 Boten- und Informationswege für den Bezirksleiter Fritz Winkler und hielt den Kontakt zwischen ihm und den Berliner Zeugen Jehovas aufrecht. Zudem spielte Otto Kours eine wichtige Rolle beim Schmuggel und der Verteilung der Literatur der Religionsgemeinschaft in der Reichshauptstadt, die u.a. über das geheime Bücherlager unter der S-Bahn Bellevue (Lüneburger Straße/Stadtbahnbogen 377) erfolgte.
Im Zuge der Verhaftung der Aktivistengruppe am Goldfischteich, zu der Otto Kours gehörte, wurde er am 24. August 1936 festgenommen. Die Gestapo führte eine Hausdurchsuchung in der Wohnung der Familie durch, bei der auch der Zeuge Jehovas Albert Kuczewski verhaftet wurde, der Otto Kours besuchen wollte.
Otto Kours verbrachte die Gestapohaft von Mitte September bis November 1936 im KZ Columbiahaus und im Geheimen Staatspolizeiamt in der Prinz-Albrecht-Straße. Im November kam er in das KZ Sachsenhausen und ab Januar 1937 in das Untersuchungsgefängnis Berlin-Moabit, wo er auf seinen Prozess wartete. Das Sondergericht Berlin verurteilte ihn am 29. Juli 1937 zu zwei Jahren und sechs Monaten Gefängnishaft, die er bis Ende Februar 1939 in Berlin-Tegel verbüßte. Danach „entließ“ man ihn an die Gestapo. Über das Polizeigefängnis Berlin Alexanderplatz und der Prinz-Albrecht-Straße kam Otto Kours Ende März 1939 erneut nach Sachsenhausen, wo er am 28. Januar 1940 ums Leben kam.
Otto Kours Sohn Gerhard wurde am 14. März 1937 geboren. Er hat seinen Vater nie kennengelernt.
(Nerlich: Die Goldfischteich-Aktivisten, S. 376–384.)