Rostock, Thomas-Müntzer-Platz 36
Adresse
Wohnort von Gertrud Nollert geb. Drechsler
Rostock, Thomas-Müntzer-Platz 36, Deutschland
Widerstand und Selbstbehauptung im Kommunismus
Am 14. September 1950 zog Getrud Nollert, die in der NS-Zeit mehr als acht Jahre in drei verschiedenen Konzentrationslagern verbrachte hatte, an den Thomas-Müntzer-Platz 36 in Rostock. Zwei Wochen zuvor, am 30. August 1950, waren Jehovas Zeugen in der DDR verboten worden. Ihr nicht angemeldeter Umzug erschwerte es der Staatssicherheit zunächst, sie weiterhin zu überwachen. Noch am 21. Oktober 1950 sandte die Stadt Rostock daher ihre Aberkennung als Opfer des Faschismus (OdF) an ihre ehemalige Adresse in der Kasernenstraße 52.
Am 15. Oktober 1950 verweigerte sie die Teilnahme an den Wahlen zur Volkskammer, obwohl sie in ihrer Wohnung von mehreren Männern aufgesucht wurde, die sie zur Wahl nötigen wollten. Nachdem bereits andere Zeugen Jehovas verhaftet worden waren und Gertrud Nollert von verschiedenen Bekannten erfuhr, das Erkundigungen über sie eingezogen wurden, floh sie am 6. August 1951 über Berlin nach Wermelskirchen.
(Krüger: Eine Bibel, S. 37.)