Meppen, Emslandlager X Fullen
Adresse
Emslandlager X Fullen
Strafgefangenenlager
Kriegsgefangenenlager
Meppen, Am Wasserwerk 4, Deutschland
Informationen zum Ort
Im Emsland wurden nahe der niederländischen Grenze zwischen 1933 und 1945 insgesamt 15 Konzentrations-, Straf- und Kriegsgefangenenlager überwiegend in Nachbarschaft zu Hochmooren errichtet und betrieben. Die Lager wurden von der zentralen Kommandantur in Papenburg aus verwaltet. Die Gefangenen mussten bei völlig unzureichender Ernährung gewöhnlich täglich bis zu zwölf Stunden Schwerstarbeit im Moor verrichten. Dazu gehörten das Torfstechen und Entwässern von Mooren, sowie die Anlage von Wegen durch die Moore.
Das Lager X Fullen wurde zwar ursprünglich als Konzentrationslager für 1000 männliche Gefangene geplant, doch 1934 dann dem Reichsarbeitsdienst überlassen. Ab 1938 diente es der Justiz als Strafgefangenenlager. Zunächst wurden im Lager überwiegend politische Gegner, später auch kriminelle Strafgefangene inhaftiert. Nach Kriegsbeginn übernahm die Wehrmacht das Lager als Kriegsgefangenenlager und ordnete es als Zweiglager dem Kriegsgefangenen-Mannschaftstammlager VI B Neu Versen zu.
Während der Zeit als Strafgefangenenlager befanden sich auch Zeugen Jehovas dort, die gewöhnlich wegen der Unterstützung der verbotenen Organisation der Bibelforscher verurteilt waren und in Fullen einen Teil ihrer Strafhaft ableisten mussten. Nicht selten wurden Zeugen Jehovas aus den Emslandlagern nach Strafverbüßung in Papenburg in Schutzhaft genommen und in andere Konzentrationslager überführt.
Verfolgte Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus
Männer
- Wilhelm Lange
- Louis Pfeiffer
- Heinrich Scharunge
Gedenkzeichen
Die Gedenkstätte Esterwegen erinnert auch an das Leid der Häftlinge im Emslandlager X Fullen.