Papenburg, Verwaltungsstelle der Emslandlager
Adresse
Verwaltungsstelle der Emslandlager Papenburg
Papenburg, Gasthauskanal 16, Deutschland
Informationen zum Ort
Im Emsland wurden nahe der niederländischen Grenze zwischen 1933 und 1945 insgesamt 15 Konzentrations-, Straf- und Kriegsgefangenenlager überwiegend unmittelbar in Nachbarschaft zu Hochmooren errichtet und betrieben. Die Lager wurden von der zentralen Kommandantur in Papenburg aus verwaltet. Das Gebäude war ursprünglich als Königliche Navigationsschule errichtet worden. Bei den 15 von dort aus verwalteten Lagern handelt es sich um die folgenden:
Emslandlager I Börgermoor, Konzentrations- und Strafgefangenenlager
Emslandlager III Brual-Rhede, Strafgefangenenlager (mit den norwegischen Strafgefangenenlagern Alta und Nordreisa)
Emslandlager V Neusustrum, Konzentrations- und Strafgefangenenlager
Emslandlager VII Esterwegen, Konzentrations- und Strafgefangenenlager
Emslandlager VIII Wesuwe, Strafgefangenenlager
Emslandlager X Fullen, Lager des Reichsarbeitsdienstes, Strafgefangenenlager
Emslandlager XI Gross Hesepe, Kriegsgefangenenlager
Emslandlager XII Dalum, Kriegsgefangenenlager und KZ-Außenkommando
Emslandlager XIII Wietmarschen, Kriegsgefangenlager
Emslandlager XIV Bathorn, Straf- und Kriegsgefangenenlager
Emslandlager XV Alexisdorf, Kriegsgefangenenlager
Zu den frühen Gefangenen gehörten auch Zeugen Jehovas, die gewöhnlich wegen der Unterstützung der verbotenen IBV verurteilt waren und hier einen Teil ihrer Strafhaft ableisten mussten. Anfangs kamen sie nach Strafverbüßung meist frei, während sie später häufig in Papenburg in Schutzhaft genommen und in andere Konzentrationslager überführt wurden. Heute ist in dem Gebäude das Polizeikommissariat Papenburg untergebracht.
Von der zentralen Kommandantur in Papenburg wurden die Häftlinge aller Emslandlagern verwaltet. Dazu gehören auch die folgenden 23 Zeugen Jehovas, die nach aktuellem Forschungsstand keinem konkreten Emslandlager zugeordnet werden können:
August Betzien
Hermann Engelhardt
Johann Everskämper
Friedrich Hartmann
Eduard Höveler
Franz Karczewski
Heinrich Keppler
Johann Klose
Anton Kötgen
Fritz Krieghoff
Ewald Kuhnt
Fritz Landwehr
Heinrich Melcher
Josef Pastusczyk
Ernst Sandig
Oskar Schlicke
Hermann Schmidt
Wilhelm Schumacher
Paul Schurigt
Heinrich Schwabe
Richard Springmüller
Karl Stargardt
Arnold Troost