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Alta, Strafgefangenenlager

Adresse

Strafgefangenenlager Nord des Emslandlagers III Brual-Rhede
Alta, Provinz Finnmarken, Norwegen (der genaue Lagerstandort ist nicht lokalisierbar)

Informationen zum Ort

Im Mai 1942 richtete man durch Führerbefehl die „Strafgefangenenlager Nord“ ein. Um die Organisation Todt (OT) und ihre „Einsatzgruppe Wiking“ in Norwegen zu unterstützen, wurden etwa 2.000 Gefangene aus den Emslandlagern ausgesucht und mit zwei Transporten im August und September 1942 nach Nordnorwegen geschickt. Die Arbeit bestand zunächst aus dem Aufbau entsprechender Lager, später wurde von den Gefangenen Schwerstarbeit beim Bau der „Reichsstraße 50“ und dem Bau und der Instandhaltung von Flugplätzen und Bunkern sowie dem Entladen von Schiffen verlangt. Die Verwaltung der „Strafgefangenenlager Nord“, die formal weiterhin der Papenburger Emslandlager-Behörde unterstand, wurde in Alta eingerichtet. (Bührmann-Peters, Ziviler Strafvollzug, S. 240 ff.; Richter: Soldaten im Moor, S. 169–180.)

Im Juni 1943 erfolgte schließlich ein dritter Transport mit Strafgefangenen aus dem Emsland und anderen Haftorten. Da es sich bei den Gefangenen größtenteils um kriegsgerichtlich Verurteilte handelte, kamen auch Zeugen Jehovas nach Nordnorwegen, die vorher den Wehrdienst verweigert hatten. (Herrberger, Denn es steht, S. 187.)

Widerstand und Selbstbehauptung im Nationalsozialismus

Bei den drei nach Nordnorwegen verbrachten Zeugen Jehovas war eine Begnadigung oder Umwandlung der Strafe zum Einsatz bei einer Bewährungseinheit in der Regel abgelehnt worden, da die Männer weiter an ihrer religiösen Überzeugung gegen den Wehrdienst festgehalten hatten.

Aus dem Lager in Norwegen sind Briefe des Zeugen Jehovas Max Grau überliefert, die einen Eindruck vom Lagerleben vermitteln. Grau berichtete im April 1943 über die beschwerlichen Zustände durch extremen Schneefall von bis zu zehn Metern, so dass weder Verpflegung noch Post zu den Gefangenen gelangte. Über seine Lage schrieb er an seiner Frau:

„Bei mir weist ja, dass es mir gut geht, dass ich mich in alle Lagen auch sonst gut einfinden kann. Andererseits weist du ja, dass ich mir in der Bestimmtheit meines Auftretens immer die nötige Achtung erhalte. […] Am Sonntag suche ich wieder verschiedene Norweger Familien auf und man kann sich mit der Zeit gut verständigen und mein Beamter lässt mir hierzu ziemlich freien Lauf. Die Norweger sind an und für sich deutschfeindlich, aber die Gefangenen können alles haben, da wir eben als Menschen betrachtet werden, die nicht gegen sie kämpfen wollten. Ich habe auch kaum friedliebenderes Volk getroffen als wie die Norweger hier oben. Ich habe auch schon nach Glaubensgenossen gesucht, aber noch nicht gefunden.“

Max Grau berichtet mehrfach, dass er aus seiner Einstellung niemandem gegenüber ein Hehl machte und sich weiterhin zu seiner religiösen Überzeugung bekannte. Offensichtlich wurde er deshalb wegen „wehrkraftzersetzender“ Äußerungen angezeigt. Im April 1944 verhandelte das Gericht der 230. Infanterie-Division den Fall, verurteilte ihn zum Tode und ließ das Urteil am 22. Mai 1944 in Alta/Norwegen vollstrecken.

(Herrberger, Jehovas Zeugen im Strafsystem, S. 148 f.)

Verfolgte Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus

2

Männer

Anzahl nach aktuellem Forschungsstand
  • Fritz Glaap
  • Max Grau

Externe Medien

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