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Rhede, Emslandlager III Brual-Rhede

Adresse

Emslandlager III Brual-Rhede
Strafgefangenenlager
Rhede (Ems), Katzenburg 26, Deutschland

Informationen zum Ort

Im Emsland wurden nahe der niederländischen Grenze zwischen 1933 und 1945 insgesamt 15 Konzentrations-, Straf- und Kriegsgefangenenlager überwiegend in Nachbarschaft zu Hochmooren errichtet und betrieben. Die Lager wurden von der zentralen Kommandantur in Papenburg aus verwaltet. Die Gefangenen mussten bei völlig unzureichender Ernährung gewöhnlich täglich bis zu zwölf Stunden Schwerstarbeit im Moor verrichten. Dazu gehörten das Torfstechen und Enwässern von Mooren, sowie die Anlage von Wegen durch die Moore.

Das Lager III Brual-Rhede wurde zwar ursprünglich als Konzentrationslager für 1000 männliche Gefangene geplant, doch dann im Mai 1934 als Strafgefangenenlager in Betrieb genommen. Im September 1938 wurden acht Baracken abgebaut und in die Pfalz gebracht. Zunächst wurden im Lager überwiegend politische Gegner der NS-Diktatur, später auch Kriminelle und verurteilte ehemalige Soldaten inhaftiert.

Zu den frühen Gefangenen gehörten auch Zeugen Jehovas, die gewöhnlich wegen der Unterstützung der verbotenen Organisation der Bibelforscher verurteilt waren und hier einen Teil ihrer Strafhaft ableisten mussten. Anfangs wurden sie nach Strafverbüßung meist freigelassen, während sie später häufig in Papenburg in Schutzhaft genommen und in andere Konzentrationslager überführt wurden.

Die letzten 700 Gefangenen wurden im Februar 1945 in das Lager Aschendorfermoor verlegt.

Die beiden 1942 gegründeten Strafgefangenenlager Alta und Nordreisa im Norden Norwegens unterstanden offiziell ebenfalls dem Emslandlager Brual-Rheda. Auch drei Zeugen Jehovas wurden vom Emsland dorthin gebracht.

(Knoch: Die Emslandlager; Herrberger: Denn es steht, S. 187.)

Neben einem kleinen Pförtnerhaus befindet sich ein großes Tor im Maschendrahtzaun, der oben mit Stacheldraht gesichert ist.
Eingangstor zum Lager Brual-Rhede, 1945 (Gedenkstätte Esterwegen).
Vor dem Manschaftslager des Wachpersonals befinden sich gepflegte Gartenanlagen. An den Fenstern hängen Balkonkästen.
Kameradschaftslager des Wachpersonals im Lager Brual-Rhede, o. D. (Gedenkstätte Esterwegen).
Auf einer Luftaufnahme sieht man 14 Baracken in zwei Reihen, sowie weitere Nebengebäude.
Luftaufnahme des Lagers Brual-Rhede, 1944 (Gedenkstätte Esterwegen).

Verfolgte Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus

7

Männer

Anzahl nach aktuellem Forschungsstand
  • Max Grau
  • Richard Kowalski
  • Jakob Krämer
  • Karl Lauterbach
  • Josef Swoboda
  • Willi Sänger
  • Rudolf Z.

Gedenkzeichen

Die Gedenkstätte Esterwegen erinnert auch an das Leid der Häftlinge im Lager Emslandlager III Brual-Rhede.

Externe Medien

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