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Prag-Smichow (Praha-Smíchov), Landeszentrale der Zeugen Jehovas

Adresse

Landeszentrale der Zeugen Jehovas in der Tschechoslowakei (1934 bis 1937)
Prag-Smichow (heute Praha-Smíchov), Stroupežnického 10 (früher Tylova 16), Tschechische Republik

Im Juni 1933 gründeten Jehovas Zeugen die erste Landeszentrale für die damalige Tschechoslowakei in der  Národní trída 12 in Prag, welche bereits im Frühling 1934 in größere Räumlichkeiten eines Gebäudes in der Tylova 16 (heute Stroupežnického 10) im Prager Stadtteil Smichov verlegt werden musste. Ende 1937 wurde die Zentrale aus Platzgründen nach Prag-Vysocany, Podvinni ulice 89 verlegt.

Widerstand und Selbstbehauptung im Nationalsozialismus

Nachdem die NS-Regierung das deutsche Zweigbüro (Landeszentrale) der Zeugen Jehovas in Magdeburg am 28. Juni 1933 geschlossen hatte, konnte durch eine Intervention des US-amerikanischen Konsuls erreicht werden, dass die Druckmaschinen aus Magdeburg in die neu eröffnete Landeszentrale nach Prag gebracht wurden. Die Einrichtungen in Magdeburg befanden sich in Besitz des amerikanischen Büros der Zeugen Jehovas. So gelangten 1935 eine Heidelberger Druckpresse, eine Rotaprint, eine Falzmaschine, eine Schneidemaschine, eine Setzmaschine und ein Papierschneider nach Prag, so dass in der dortigen Druckerei Literatur in Tschechisch, Slowakisch, Deutsch, Ungarisch, Russisch, Rumänisch und Polnisch hergestellt wurde.

Sowohl tschechische als auch deutsche Zeugen Jehovas beteiligten sich regelmäßig am Transport der in Prag gedruckten religiösen Literatur. Sie schmuggelten den Wachtturm und andere Schriften nach Deutschland und brachten von Deutschland Berichte über die Grenze, die von Prag an das Büro der Religionsgemeinschaft in Bern (Schweiz) weitergeleitet wurde. Die Schriften wurden u.a. in Pferdewagen, Rucksäcken, Fahrradrahmen und Schlitten versteckt. Im Herbst 1936 gelang es, 200.000 in Bern gedruckte Exemplare der „Luzerner Resolution“ über Prag nach Deutschland zu schmuggeln, die in einer landesweiten Aktion am 12. Dezember 1936 reichsweit verbreitet wurden. Zu den Kurieren, die von der Gestapo verhaftet wurden, gehörte Richard Rudolph. Vom Büro in Prag erhielten Kolporteure (Vollzeitprediger) und Pilgerbrüder (Reisende Aufseher) Anleitung, wie die Tätigkeit der Zeugen Jehovas in der Illegalität fortgesetzt werden konnte.

(Slupina: Jehovas Zeugen im Gebiet der ehemaligen Tschechoslowakei, S. 712–715; WTG: Jahrbuch 2000, S. 160.)

Namensliste

In der tschechoslowakischen Landeszentrale der Zeugen Jehovas waren 14 Mitarbeiter tätig

  • Edgar Merk (Leitung)

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