Potsdam, Amts- und Landgericht
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Adresse
Amtsgericht Potsdam
Potsdam, Hegelallee 8 (früher Kaiser-Wilhelm-Straße 8), Deutschland
Informationen zum Ort
Das Gebäude war Tagungsort des Volksgerichtshofes Berlin. Wegen Bombenschäden hatte das Gericht ab 1943 mehrere Verwaltungseinheiten von Berlin nach Potsdam verlegt. Die Haftanstalt in der Lindenstraße diente ab 1943 als Untersuchungsgefängnis des Volksgerichtshofs.
Widerstand und Selbstbehauptung im Nationalsozialismus
Der 6. Senat am Volksgerichtshof Berlin verurteilte Julius Engelhard am 2. Juni 1944 in Potsdam „wegen Wehrkraftzersetzung und Feindbegünstigung […] zum Tode und lebenslangen Ehrverlust“ – und mit ihm sieben weitere Zeugen Jehovas aus seinem engsten Mitarbeiterkreis. In der Urteilsbegründung heißt es auszugsweise: „Die Schriften hetzen gegen das nationalsozialistische Reich […] Unter Berufung auf das biblische Verbot ‚Du sollst nicht töten‘ verwirft die Bibelforscher-Vereinigung den Krieg […]. Die Vereinigung lehnt jeden Wehrdienst ab und fordert auf, jede Kriegsdienstleistung sowie überhaupt jede Dienstleistung für Kriegszwecke […] und jede Arbeit in Rüstungsbetrieben zu verweigern. […] Der Inhalt der Schriften geht daher öffentlich darauf aus, den Wehrwillen des deutschen Volkes zu zersetzen (§ 5 Abs 1 Nr. 1 KSSVO) und zugleich der Kriegsmacht des Reiches Schaden zuzufügen (§ 91 b StGB).“ (BA Berlin, Akte R 3017/98 VGH 1944.)