Kassel, Justizpalast
Adresse
Justizpalast Kassel
Kassel, Schlossplatz 8 (heute: Am alten Stadtschloss 1), Deutschland
Informationen zum Ort
Im 1875 bis 1882 erbauten Justizpalast Kassel hatte das Landgericht Kassel seinen Sitz. In der Zeit des Nationalsozialismus tagte auch das Sondergericht Kassel, das Kommunisten, Sozialdemokraten, Zeugen Jehovas und andere Gegner des NS-Regimes verurteilte, im Gebäudekomplex.
Widerstand und Selbstbehauptung im Nationalsozialismus
Das Protokoll der Sondergerichtsverhandlung vom 24. Mai 1937 gegen mehrere Zeugen Jehovas spiegelt ein klares Bekenntnis zu mutiger Standhaftigkeit wider: „Auf die Frage ob sie nach Verbüßung einer Strafe dem Verbot abermals zuwider handeln würden, haben die Angeklagten sich dahin geäußert, das hänge von dem Willen Jehovas ab […] gerade aus dieser Einstellung der Angeklagten geht die Staatsfeindlichkeit und zersetzende Wirkung […] hervor. Sämtliche Angeklagten vertreten den Standpunkt, daß der Wehrdienst mit der Waffe abzulehnen sei, da er dem Gebot ‚Du sollst nicht töten‘ widerspreche. Aus ihrer Einstellung heraus lehnen sämtliche Angeklagten auch den Deutschen Gruss ab.“ (Siegner: Amalie Hesse.)
Verfolgte Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus
Frauen
Anzahl nach aktuellem Forschungsstand: nicht bekannt
Männer
Anzahl nach aktuellem Forschungsstand: nicht bekannt